Mehr Zeit für verlorene Schafe

Rödermark (lö) ‐ Weniger Gottesdienste, mehr Zeit für schwierige pastorale Aufgaben: Rödermarks katholische Kirchengemeinden suchen nach neuen Wegen in der Seelsorge. Einerseits wird die Arbeitsbelastung der Pfarrer Elmar Jung und Klaus Gaebler immer größer, andererseits gehen weniger Menschen in die Kirche.

Pfarrer Elmar Jung, St. Nazarius Ober-Roden

Die neue Gottesdienstordnung ist so konstruiert, dass sie notfalls von einem Priester allein bewältigt werden kann: Die Samstagabendmesse und das Hochamt am Sonntag würden dann zum Beispiel in St. Nazarius gefeiert, der Familiengottesdienst und die Sonntagabendmesse in St. Gallus. Am Wochenende drauf ist‘s umgekehrt. Die Neuregelung gilt in Ober-Roden ab dem ersten Advent, in Urberach tritt sie nach den Weihnachtsferien in Kraft.

Mehr als ein Jahr haben die Gremien beider Gemeinden darüber gerungen, sagte Jung in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Pfarreienverbunds Rödermark. Bei einer Klausurtagung aller Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte sei das neue Modell dann einstimmig beschlossen worden. Auch die Bistumsleitung in Mainz habe ihm zugestimmt.

Pfarrer Klaus Gaebler, St. Gallus Urberach

Jung erhofft sich davon mehr Zeit für jene Katholiken, die nur noch wenig oder gar keine Bindung mehr an Kirche haben. Zur Firmung etwa würde sich nur noch jeder zweite Jugendliche anmelden. „Wenn wir das alles ernst nehmen und wie Jesus bereit sind, jedem verlorenen Schaf nachzugehen, brauchen wir Zeit und Kraft“, erinnert Jung an den Anspruch des Neuen Testaments.
Eine intensivere geistliche Begleitung wünschen sich auch viele Angehörige Verstorbener, hat Jung erfahren. Familienbande würden immer lockerer, Schicksalsschläge würden immer härter empfunden: Daher werde der Gemeindepfarrer immer häufiger zur Vertrauensperson.

Quelle: op-online.de

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