Zehn Jahre gelebte Nachbarschaft

„Menschen vor Ort“ hoffen im Ortskern Impulse setzen zu können

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Zwischen Kuchentheke und den vielen Besuchern barfuß unterwegs: Sängerin Lara Schröder.

Ober-Roden - Zehn Jahre sind für einen Verein kein Alter. In Rödermark wird es da erst bei 110 und mehr Jahren spannend. Von Christine Ziesecke 

Doch zehn Jahre sind ein bewundernswertes Alter für eine Gruppe, die sich eines Tages aus Nachbarn zusammengefunden hat, um ihre gesellige Gemeinschaft im innersten Ortskern zu leben und auch andere daran teilhaben zu lassen.
Und die sich freuen, wenn beim Feiern auch noch Gewinn gemacht wird, weil dieser an Rödermärker soziale Einrichtungen weitergegeben wird. Vor zehn Jahren wurde aus ein paar Nachbarn rund um die Pfarrgasse die Gruppe „Menschen vor Ort“ MvO, die alljährlich auf dem kleinen Parkplatz hinterm Dinjerhof ein Fest feiern. Sie laden Nachbarn, Freunde, Rödermärker Vereine, Quartiersgruppen und Initiativen und Menschen aus dem Umland ein, um dort auf ein paar Quadratmetern ins Gespräch zu kommen und über Ortspolitik ebenso selbstverständlich zu palavern wie über die Rezepte für die vielen mitgebrachten Kuchen. MvO hofft, damit auch Anregungen durch ihre gelebte Bürgerschaft zu geben. Dazu sind auch immer Politiker wie Bürgermeister und Erster Stadtrat gerne gesehen, die bei Äppler oder Fassbier auch gerne mitfeiern.

Dass Fassbier nicht immer so will wie seine Anzapfer, machte auch dieses Jahr der kleine Behälter mit edlem Gerstensaft klar – diesmal spritzte es nicht, sondern es verweigerte seinen Dienst, bis der Fachmann Michael Frank kurz eingriff – dann floss es. Zehn Jahre „Menschen vor Ort“ war auch an den vielen Ballons und goldenen Ziffern zu erkennen, die vom jetzt schon garantierten MvO-Nachwuchs hochgehalten wurden – mit zerschundenen Händen, denn vor allem Tim Frank und Jonas Schmidt hatten einen Tag lang vorher unermüdlich das Unkraut auf dem (städtischen) Platz ausgerissen und den Parkplatz gesäubert.

Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden: Bilder

Mit eingebracht hatten sich viele Nachbarn – nicht nur mit Kuchen, Salaten oder einer gehörigen Portion (Lärm)-Toleranz, sondern auch mit Strom, Wasser und anderen Sachspenden – Arno Mieth als Sprecher der Initiative verglich es mit den Adern, die das Herz versorgen und am Schlagen erhalten. Das Fest unterm sonnenbestrahlten Kirchturm ist auch der Nazariusgemeinde verbunden, die ihre Toiletten im Forum dafür öffnet. Helfer kamen nicht nur aus dem Ortskern, sondern auch aus Urberach, aus dem Breidert und manches mehr – und es lohnte sich.

Bei schönem Sommerwetter wurde das Fest mit zeitweise rund 300 Gästen (auf dem kleinen Parkplatz eine gut gelöste logistische Herausforderung) zum vollen Erfolg. Die Besucher waren so lebendig im Gespräch, dass sich der musikalische Gast des Abends, die Sängerin Lara Schröder, mit ihren Schlagern erst Aufmerksamkeit ersingen musste. Doch auch das gelang ihr, und Zeit zum nachbarschaftlichen Austausch gab es noch bis in die warme Sommernacht hinein. Und wer sich zurückerinnern wollte: Auf dem „Stammtisch“ der MvOler lag ein Fotoband mit einer chronologischen Rückschau auf zehn gelungene Jahre Miteinander im Ortskern von Ober-Roden.

Quelle: op-online.de

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