Im Wahlkampf „wird halt etwas aus dem Hut geholt“

Messel weiter gegen K-L-Trasse - Bürgermeister Larem sieht keine Chancen auf Einigung

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Entlastung tut Not, die Frage ist nur wie.

Messel bleibt bei seinem „Nein“ zur K-L-Trasse, die Urberach vom Durchgangsverkehr entlasten soll. „Diese Trasse ist völliger Quatsch“, sagte Bürgermeister Andreas Larem (SPD) gegenüber unserer Zeitung. In Rödermark sei Bürgermeister-Wahlkampf, „und da wird halt etwas aus dem Hut geholt“.

Urberach – Bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion der Kolpingsfamilie Ober-Roden und der Offenbach-Post hatten die Kandidaten Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU) und Andrea Schülner (AL/Grüne) vorige Woche auf Verhandlungen von Bürgermeister Roland Kern in Wiesbaden zur K-L-Trasse verwiesen.

Eindeutig für die K-L-Trasse: Jörg Rotter.

 Demnach deute sich in der Nachbarkommune Messel so etwas wie ein Umdenken an, weil „vielversprechende Gespräche des Magistrats“, eine „messelverträgliche Lösung“ angeblich in den Bereich des Möglichen rücken.
Rotter und Schülner sehen die K-L-Trasse als einzige akzeptable Entlastungsmöglichkeit für die Urberacher Ortsdurchfahrt an. Eine Umgehungsstraße zwischen Ortsrand und „Bienengarten“ lehnen sie ab.

Offen für Umgehungsstraße: Dr. Karsten Falk.

Die wird wiederum von den Freien Wählern favorisiert, die zusammen mit der FDP den parteilosen Bürgermeisterkandidaten Dr. Karsten Falk unterstützen. Der vermied während der Diskussion das Wort Umgehungsstraße und forderte eine neue Verkehrszählung als Basis aller weiteren Entscheidungen. Falk will offenbar Beifall von der falschen Seite vermeiden. Denn den Bau der Umgehungsstraße fordert auch die AfD.
„Es wird nur über Messel, aber nicht mit uns Messelern gesprochen“, kritisiert Bürgermeister Larem. Er jedenfalls sei nicht in formelle Gespräche involviert. Kontakt gab’s aber: Vor einigen Monaten habe sein „Kollege und Freund Roland Kern“ ihm einen Plan vorgestellt, der eine Querspange von der K 180 (Eppertshausen-Messel) zur L 3317 (Offenthal-Messel) vorsah. Diese Straße wäre tatsächlich ein Stück vom Messeler Ortsrand entfernt. Das ist nach Ansicht Larems aber ihr einziger Vorteil. Sie führe zwischen Waldrand und Kleingärten durch ein Naturschutzgebiet und habe „keine Chance auf Genehmigung“.

Nur K-L-Trasse zählt: Andrea Schülner.

Auch der Entlastungseffekt für Urberach sei gering. Diesen Schluss zieht Larem aus Gutachten, die Messel vor einigen Jahren beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel vorlegte – ohne jedoch Zahlen zu nennen. Rödermark argumentiert dagegen noch immer mit Verkehrszählungen aus dem Oktober 2000 und dem März 2001. Damals war die B 486 in Offenthal gesperrt, die Umleitung führte über die K-L-Trasse. Ergebnis: 24 Prozent weniger Autos auf der Traminer, 47 Prozent weniger auf der Konrad-Adenauer-Straße.

Die L 3317 ist in den Augen des Messeler Bürgermeisters eine weitere Schwachstelle der K-L-Trasse. Die Fahrbahn sei „schmal und sanierungsbedürftig“. Die Begegnung von Lastwagen ende immer wieder mit dem Verlust von Spiegeln.

Katastrophenschutzübung in Urberach: Bilder

Von Michael Löw

Quelle: op-online.de

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