Midde noi machte Lust auf mehr

Ober-Roden (chz) ‐ Midde noi - das Motto des Ober-Röder Ortskernfestes von Stadt und Gewerbeverein - traf wirklich ins Schwarze. Ganz Rödermark war mehr als drei Tage lang aus dem Häuschen und auf den Beinen - und zwar fast rund um die Uhr.

Für die Anwohner des Ober-Röder Ortskerns war es sicher eine echte Belastungsprobe, was da an stundenlangem und meist lautstarkem Programm geboten wurde, doch für alle Anderen war es ein großes buntes Fest mit vielen Höhepunkten und noch mehr Möglichkeit zu Geselligkeit.

Im Gegensatz zu Rödermark Festival und Brückenfest bestach die dichte Atmosphäre mitten im Ortskern, und auch über den neu gestalteten Marktplatz hinaus wurde die Flaniermeile bis hin zum Rathaus und weiter hinein in die Spielstraße an beiden Markttagen gut genutzt.

Mehr Eindrücke vom Stadtfest:

Tausende bei „Midde noi“-Stadtfest

Zahlreiche Gäste waren zur Einweihung der neu gestalteten Ortsmitte aus den befreundeten Partnerstädten angereist. Sie freuten sich über so viel gemütliche Enge, und mancher Besucher fand wohl fast nur zum Übernachten nach Hause. „Warum soll ich alleine zu Hause herumsitzen, wenn hier so viel los ist?“, fragte sich wohl nicht nur eine ältere Festbesucherin aus dem Ortskern, die sich auch von den lautesten Programmpunkten nicht stören ließ.

Ein ganz großes und sehr ortsverbundenes Vergnügen war schon der Auftakt mit dem „Lied für Rödermark“, welches das Organisationsteam um Manfred Rädlein sowie Monika und Karl-Heinz Hitzel für den Gewerbeverein und Thomas Mörsdorf für die Stadt ausgeschrieben hatte. Die zehn eingereichten Titel mit zündenden und spritzigen Texten und Melodien deckten die gesamte Bandbreite gängiger Popularmusik ab. Dass ausgerechnet ein mehr als viereinhalbminütiger Rap mit einem anspruchsvollen Text das Rennen beim Publikum machen würde, hatte wohl niemand erwartet, das gab auch Bürgermeister Roland Kern bei der Siegerehrung zu.

Eher klassisch-musikalischer Höhepunkte gab‘s beim großen Chorsingen der Rödermärker Sängerinnen und Sänger am Samstag und beim gemeinsamen Konzert der Musikvereine am Sonntag. Doch nicht weniger laut wurde es beim Tina-Turner-Revival, während dem Dana Smith tatsächlich den Marktplatz rockte.

Kinder und Eltern hatten ihren Spaß

Gut besucht war wieder die Eat & Meet-Meile mitten auf der Dieburger Straße, auch wenn es etwas langsamer anlief, aber attraktive Stände wie etwa das Nomadenzelt des Ausländerbeirats oder ein fahrbarer Steinbackofen dufteten verführerisch und machten Appetit. Die Geschäfte am Straßenrand gingen fast ein wenig unter, weil die Menschen vor allem gesellig beieinander saßen, gemeinsam das Programm von witziger Straßenkunst bis Kabarett von Chawwerusch genossen oder auf der großen Leinwand die aktuellen Fußballspiele verfolgten.

Kinder und Eltern hatten ihren Spaß in der betreuten Spielstraße, wo der Förderverein der Trinkbornschule gleich für eine Spielstraße auf Dauer warb.

Ob die Marktplatzneugestaltung ihr großes Ziel, den Ortskern zu beleben, auf Dauer erfüllen wird und ob in zwei drei Wochen, wenn alle restlichen Baurelikte entfernt sein werden, die äußere Gestaltung zufrieden stellend sein wird, bleibt im Moment nur vage Hoffnung – an diesem Wochenende jedenfalls hat „midde noi“ seinen vollen Charme versprüht.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Ziesecke

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