Mieser Hunde-Handel aufgeflogen

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Modehunde wie Chihuahuas werden besonders oft unter falschen Angaben verkauft.

Rödermark ‐ Nicht lange Freude hatte ein Ehepaar aus Südhessen, das am 8. April einen kleinen Hund in Waldacker gekauft hatte. Keine zwei Wochen später musste der Chihuahua vom Tierarzt aufgrund seiner Fehlbildungen eingeschläfert werden. Von Bernhard Pelka

Die Polizei ermittelt nun gegen einen 41-jährigen Mann und seine gleichaltrige Frau wegen Verdacht des Betruges. Die Eheleute sollen den knapp neun Wochen alten Welpen als deutschen Rassehund für 800 Euro angepriesen und verkauft haben. Tatsächlich besteht der Verdacht des illegalen Hundehandels, da der kleine Chihuahua aus Tschechien stammen soll und nicht die - wie im blauen EU-Impfausweis zu dokumentierenden - erforderlichen Impfungen, wie zum Beispiel gegen Tollwut, erhalten habe.

Im Zuge der Ermittlungen stieß die Polizei nach eigenen Angaben auf ein weiteres Ehepaar. Die beiden aus Urberach sollen über Internet ebenfalls Chihuahua- und Malteser-Welpen zum Verkauf anbieten. Am Dienstag überprüften Polizeibeamte und ein Mitarbeiter des Veterinäramtes die Anschrift. Die 58-Jährige und ihr 60-jähriger Ehemann hatten fünf Welpen im Haus. Offenbar hatten die Tiere die nötigen Impfungen bislang noch nicht erhalten. Die Ermittlungen dauern an. In Rodgau gab es vor zwei Jahren einen ähnlichen Fall.

Wühltisch-Welpen als Rassehunde

Dem Deutschen Tierschutzbund zufolge werden allein in Tschechien pro Jahr etwa 30 000 Hunde für den Export produziert, aber auch Belgien und die Niederlande gehören zum Kreis der Länder mit kommerziell ausgerichteten Massentierzuchten.

Diese Wühltisch-Welpen werden als Rassehunde ausgegeben und zu Niedrigpreisen angeboten. Ein Junges kostet oft nicht mehr als 100 bis 200 Euro. Der reguläre Preis für einen Rassehund mit Papieren liegt aber bei 650 bis 1 500 Euro€, beliebte Rasse kosten auch 2 500 Euro€.

Angeboten werden hauptsächlich kleine Modehunde wie Chihuahuas oder Französische Bulldoggen aber auch Retriever.

Weiter Informationen auf der Internetseite von „Tasso“.

Die meisten kommen aus Ländern in Osteuropa und haben schon sehr lange Fahrten in winzigen Boxen hinter sich. Viele Hunde sind so geschwächt, dass sie schon die Fahrt nicht überstehen. Angeboten werden sie neben dem Internet auch auf Wochenmärkten oder direkt aus dem Auto heraus auf Autobahnrastplätzen. Die Welpen sind oft schwer krank, viele von ihnen überleben trotz tierärztlicher Versorgung nicht einmal das erste Lebensjahr. Sie sind meist weder geimpft noch ärztlich untersucht worden.

Quelle: op-online.de

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