Vereinsrabatt mildert Mietschock

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Wenn Jörg Seitel in der Kulturhalle Veranstaltungen ab Juli ins rechte Licht rückt, wird"s für Vereine und Firmen teurer. Die Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstagabend einstimmig höhere Gebühren für alle Hallen beschlossen.

Rödermark (lö) - Rabatte für einzelne Maskenbälle, Feste oder Konzerte sollen die kräftig gestiegenen Mieten in städtischen Hallen abfedern. Rödermärker Vereine bekommen 2012 und 2013 einen Sondernachlass von 25 und 2014 einen von 10 Prozent für eine Veranstaltung nach Wahl.

Ab 2015 müssen sie dann durchweg die höheren Nutzungsgebühren zahlen. Das Stadtparlament stimmte der neuen Gebührenordnung inklusive der Härtefall-Regelung einstimmig zu. Sie gilt ab Juli, also sechs Monate später als geplant, und soll per anno 40.000 Euro Mehreinnahmen bringen.

Der Preissprung hätte zum Beispiel die Silvestergala der Lehr"schen Chöre hart getroffen, räumte Bürgermeister Roland Kern ein, als er die neuen Gebühren erläuterte. Bislang kostete der Jahresausklang in der Kulturhalle 836 Euro, Ende 2012 wären mehr als 2000 Euro fällig. Zur eigentlichen Saalmiete kommen Kosten für Beleuchtung und Beschallung, deren Betreuung durch einen Haustechniker, und, und, und...

„Kleiner Schock für viele Vereine“

Ralph Hartung (CDU) sprach von einem „kleinen Schock für viele Vereine“. Doch die Erhöhung sei unerlässlich. In einigen Hallen sind die Gebühren letztmals vor 18 Jahren angepasst worden. Außerdem seien die neuen Tarife nur gerecht gegenüber jenen Vereinen, deren Veranstaltungen ausschließlich in eigenen Immobilien stattfinden. Die, so Hartung, müssen jedes Jahr für Energie und Unterhaltung mehr Geld hinblättern. Auch Michael Uhe-Wilhelm (AL) hielt dieses „kleine Mosaiksteinchen zur Haushaltssanierung“ für zumutbar.

FDP-Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger kritisierte, dass das Parlament - seine Partei eingeschlossen - dieses heiße Eisen zu lange nicht angepackt habe. Künftig - das steht in der Satzung - wird alle drei Jahre neu gerechnet.

Grundsätzlich mit der Gebührenerhöhung einverstanden

Peter Schröder von den Freien Wählern war zwar grundsätzlich mit der Gebührenerhöhung einverstanden, sah aber keinen Grund für allzu kräftiges Eigenlob. Denn ursprünglich sollte allein die Kulturhalle ab Anfang 2012 40.000 Euro mehr in die Kasse bringen, und jetzt verbessern alle städtischen Hallen zusammen das Ergebnis von Juli an nur um 20.000 Euro.

Die SPD scheiterte mit einem Vorstoß, bestimmte Veranstaltungen von der Rabatt-Regelung auszunehmen. Norbert Schultheis war der Auffassung, dass für Feste, bei denen die Vereinskassen klingeln, die volle Miete fällig sein soll. Damit standen die Genossen aber allein: Auch mit diesen Gewinnen bezahlen die Vereine Trikots für Jugendfußballer oder Noten für Sänger.

Quelle: op-online.de

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