Milde Strafen für feige Überfälle

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Vergleichsweise glimpfliche Strafen verhängte das Landgericht Darmstadt gegen vier junge Männer, die einen Behinderten in Dietzenbach und zwei Betrunkene in Ober-Roden überfallen, niedergeschlagen und beraubt hatten.

Ober-Roden/Darmstadt (lö) ‐ Vergleichsweise glimpfliche Strafen verhängte das Landgericht Darmstadt gegen vier junge Männer, die einen Behinderten in Dietzenbach und zwei Betrunkene in Ober-Roden überfallen, niedergeschlagen und beraubt hatten.

Die Haupttäter, ein 20- und ein 22-Jähriger, müssen zwei Jahre und elf Monate beziehungsweise zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. Das Gericht verurteilte sie wegen zweifachen Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Zwei 19-Jährige kamen mit 16 Monaten Jugendstrafe auf Bewährung davon. Sie waren nur an einem Überfall beteiligt. Die vier Dietzenbacher türkischer Herkunft suchten immer nach erkennbar hilflosen Opfern, von denen sie keinen Widerstand zu befürchten hatten.

Im Januar hatten sie einem Behinderten den Krückstock und das - allerdings leere - Portmonee geraubt. An zwei Samstagen im Herbst 2009 überfielen sie in Ober-Roden zwei späte Zecher. Ihre Beute: ein Handy und 260 Euro. Die Opfer mussten mit Prellungen, Platzwunden und ausgeschlagenen Zähnen zum Arzt. Einen 50-jährigen Ober-Röder hat der Überfall so mitgenommen, dass er abends nicht mehr alleine von der Kneipe nach Hause geht.

Weil die Täter weitgehend geständig waren und ihren Opfern teils schon Wiedergutmachung zahlten, ging der auf vier Tage angesetzte Prozess schnell zu Ende. Staatsanwalt, Verteidiger und Richterin hatten sich früh auf einen überschaubaren Strafrahmen geeinigt.

Erstaunlich in diesem Zusammenhang: Die Juristen empfanden unisono, dass die Angeklagten strafrechtlich nicht sonderlich aufgefallen sind. Überhaupt nichts auf dem Kerbholz hatte lediglich der 22-Jährige. Seine Kumpels standen schon - teils mehrfach - wegen Diebstahls, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung vorm Jugendrichter. Der beließ es meist bei Ermahnungen und Arbeitsstunden. Lediglich einer der 19-Jährigen saß eine Woche im Jugendarrest.

Quelle: op-online.de

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