Bodajker Platz in Urberach: Schmetterlinge sollen um Europa-Skulptur flattern

Rödermark: Millionenprojekt fängt klein an

Baggermeister: Verwaltungschef Jörg Rotter nahm die Arbeiten symbolisch in Angriff.
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Rödermark: Bürger- und Baggermeister: Verwaltungschef Jörg Rotter nahm die Arbeiten symbolisch in Angriff.

Das seit 2017 in Politik und Bürgergruppen diskutierte Projekt „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ nimmt in Rödermark Gestalt an. Am Urberacher Bahnhof hat die Neugestaltung des Bodajker Platzes begonnen. Diese Maßnahme steht im „ISEK“, dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, nur auf Platz zehn, rückte aber in der Priorisierungsliste jetzt weit nach vorn. Bürgermeister Jörg Rotter begründet das mit der zentralen Lage des nach Rödermarks ungarischer Partnerstadt benannten Platzes.

Rödermark - Die mit rund 14 .300 Euro vergleichsweise billige Neugestaltung ist das Ergebnis einer Bürgerbeteiligung vom September 2020. Aktive der Quartiersgruppe Urberach und der „Lokalen Partnerschaft“ waren sich damals schnell einig, wie der Bodajker Platz aussehen soll: Neben dem Bahnhof soll eine Blühwiese mit Skulpturen entstehen.

An zentraler Stelle soll die Europa-Skulptur aufgestellt werden. Sie betont die Verbindung zu den Partnerstädten, insbesondere der in Ungarn. Die Urberacher Künstlerin Sylvia Baumer hat sie 2019 für das Festival „Kultur ohne Grenzen“ gestaltet. Einig waren sich Quartiers- und Partnerschaftsgruppe auch darüber, dass eine Infotafel zur Skulptur und zu den Partnerstädten aufgestellt wird.

Die neue Wiese ist knapp 260 Quadratmeter groß und wird mit einer regionalen Samenmischung bepflanzt, die besonders Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung bietet. Am Bodajker Platz wachsen zu 100 Prozent lang blühende Wildblumen: Von früh blühenden Arten wie dem Barbarakraut bis zu den Hochsommerpflanzen (etwa Wegwarte und Malve) ist alles vertreten und garantiert den Insekten so eine kontinuierliche Sammelquelle. Zudem wird um den kleinen „Platz“ mit der Europa-Skulptur ein Staudenbeet angelegt.

Auch die dreieckige Fläche nördlich der Bahngleise nahe des Bodajker Platzes soll umgestaltet werden. Hierzu erarbeiteten Bürger verschiedene Varianten. Die Planungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die Verschönerung rund um den Urberacher Bahnhof wird zu knapp 60 Prozent von Bund und Land finanziert. Seit Ende 2017 gehört „Urberach-Nord“ zum Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ (ehemals „Zukunft Stadtgrün“). Es ist auf zehn Jahre angelegt und hat – für alle Stadtteile – ein Gesamtvolumen von fast 16 Millionen Euro. Als erste Aufgabe wurde das fast 350 Seiten dicke „Integrierte städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) unter Beteiligung der Öffentlichkeit als „Drehbuch“ erarbeitet. Die breite Beteiligung der Öffentlichkeit war eine zentrale Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm.

„Daran müssen wir uns sklavisch halten“, begründet Bürgermeister Rotter, warum seit dreieinhalb Jahren diskutiert und erst seit zwei Tagen gebaggert wird. Er sei aber froh, dass es endlich losgeht: „Damit wird ein erster Baustein dieses wichtigen Programms, das unsere Stadt in den kommenden Jahren prägen wird, für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar.“ Die Arbeiten sollen bis Sommer erledigt sein. (Michael Löw)

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