Millionenteure Renovierung

Gallus-Gemeinde informiert Landtagsvize Lortz über Bauprojekt

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Die Urberacher Katholiken mussten sich schon 1949 über die Renovierung ihrer Kirche Gedanken machen. Doch der Zweite Weltkrieg und die Währungsreform hatten das von Pfarrer Becker über Jahre gesammelte Geld wertlos gemacht. Der Umbau konnte erst 1955/56 in Angriff genommen werden. Das Bild ist das Oktober-Motiv im Kalender des Heimat- und Geschichtsvereins. 

Die St.  Gallus-Kirche muss gründlich renoviert werden; auf die Urberacher Katholiken kommen wahrscheinlich Kosten von mindestens einer Million Euro zu. Bis zu seinem 200. Geburtstag soll das 1823 geweihte Gotteshaus wieder tipp-topp dastehen.

Urberach – Die anstehende Renovierung war eines der Themen, über die sich Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU) bei seinen Vor-Ort-Gesprächen informierte.

Pfarrer Klaus Gaebler, Ingrid Killian (Verwaltungsrat) und Rita Erlebach (Pfarrgemeinderat) erläuterten die Schäden. Der größte Feind der Bausubstanz steckt im Boden oder fällt vom Himmel. Wasser lässt Bodendielen aufquellen oder reißen, Fliesen „blühen“ und die Decke scheckig werden. Selbst der grau-schwarze Belag, der sich über mehrere hundert Quadratmeter Wand zieht, stammt nicht - wie man in Kirchen oft annimmt - vom Rauch vieler Kerzen und Opferlichter, sondern von Feuchtigkeit.

Urberach: Dachsanierung teuer 

Die Dachsanierung wird mit geschätzten 390 .000 Euro der teuerste Brocken. Wenn’s stark regnete, musste der Küster schon Eimer während des Gottesdienstes aufstellen. Die Zwischendecke besteht nämlich nur aus Stahlträgern, Isolierung und Putz. Wasser, das durch defekte Ziegel rinnt, durchweicht die Isolierung und macht sie schwer. Im schlimmsten Fall bricht Putz von der Decke. Immerhin muss die Gemeinde nicht das ganze Dach erneuern. Denn bei der letzten Renovierung vor 30 Jahren wurden der Turm und die Seitenflügel gedeckt. Die halten weiterhin dicht.

Aufsteigende Feuchtigkeit setzt den Fundamenten der Gallus-Kirche zu. Pfarrgemeinderätin Rita Erlebach, Verwaltungsrätin Ingrid Killian und Pfarrer Klaus Gaebler informierten den Landtagsvizepräsidenten Frank Lortz über die Schäden. Foto: Löw

Die Gallus-Gemeinde bittet die Urberacher natürlich um Spenden. Doch so kommt keine Million zusammen. Pfarrer Gaebler verhandelt mit der Diözese über einen Darlehens-Verzicht. Das Bistum hatte der Gemeinde Geld für den Kauf des Grundstücks geliehen, auf dem sie vor einigen Jahren das neue Pfarrheim gebaut hatte. Der Rückzahlungstermin war bislang offen. Jetzt will Gaebler in Mainz darauf hinwirken, dass die Diözese das Geld dauerhaft in Urberach lässt.

Die Spende von 1 000 Euro, die Lortz mitbrachte, ist willkommen, aber nur ein Tropfen auf marodem Stein.

„Wir stehen auch personell recht gut da“

Keine Sorgen macht den Urberacher Katholiken ihr Kindergarten – im Gegenteil: „Wir stehen auch personell recht gut da“, sagte Verwaltungsrätin Killian zum Thema Erzieherinnenmangel. Alle zwölf Stellen sind besetzt. Dass es in den drei Gruppen keine freien Plätze gibt, ist für den Träger gut und für Eltern unerfreulich.

Apropos Personal: „Wir sind hier in Rödermark eine glückliche Insel, weil wir noch in jeder Gemeinde einen Pfarrer haben“, war Gaebler zufrieden. Selbst bei Urlaub oder Krankheit können alle Gottesdienste gehalten werden. Rita Erlebach räumte aber ein, dass der Besuch außerhalb der Feiertage schwach sei.

Für die Wahlen zum Pfarrgemeinderat im November fehlen zwar noch zwei oder drei Kandidaten. Die Zusammensetzung stimmt Ingrid Killian und Rita Erlebach jedoch zuversichtlich: Der Altersdurchschnitt sinkt, auch Bewerber zwischen 20 und 40 Jahren stellen sich zur Wahl.  lö

Quelle: op-online.de

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