Stadt übergibt neue Mini-Kindergärten

Mit Vollgas über die Ziellinie

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Im Flur der „Stoppelhobser“ lieferten sich Raphael und Luca gestern Morgen ein heißes Bobbycar-Rennen.

Ober-Roden - Der Ausbau der Kleinkindbetreuung geht von jetzt an nur noch in kleinen Schritten vorwärts. Für neue Tagesstätten hat die Stadt kein Geld mehr, sagte Sozialdezernent Jörg Rotter gestern im Mini-Kindergarten Odenwaldstraße 70a, wo zwei freie Träger 60 Krippenplätze anbieten.

Die Stadt hat 1,75 Millionen Euro in das Gebäude investiert. In Sachen Kleinkindbetreuung haben die Kommunalen Betriebe (KBR) planmäßig die Ziellinie überschritten und Ende 2013 die beiden neuen Einrichtungen für U3-Gruppen in der Odenwaldstraße fertiggestellt. Am 2. Januar haben sie den Trägern, den „Stoppelhobsern“ und der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Schlüssel übergeben. Erster Stadtrat Jörg Rotter: Mit vier neuen Mini-Kindergärten und drei umgebauten Einrichtungen haben die KBR ihren Beitrag dazu geleistet, dass knapp 40 Prozent der 627 Rödermärker unter drei Jahren einen Betreuungsplatz haben.

Rotter ist sich wie sein Vorgänger Alexander Sturm sicher, dass die von der früheren schwarz-gelben Bundesregierung vorgebene Betreuungsquote von 35 Prozent nicht reicht. Doch neue Inseln für Kleinkinder - sprich: separate U3-Kitas - könne sich Rödermark unter Schutzschirm des Landes nicht leisten. Aber in Einrichtungen, die ohnehin renoviert werden müssen, werden die KBR kleinkindgerechte Räume bauen. Als Beispiele nannte Rotter die Kitas Motzenbruch und Taubhaus. Er kann sich auch Teile der Helene-Lange-Schule als Mini-Kindergarten vorstellen. Der Kreistag hatte am Mittwoch beschlossen, die Lernhilfe-Schule im Sommer aufzugeben.

Zusammenschluss ist möglich

Apropos Geld: Die neuen U3-Einrichtungen steigern das jährliche Defizit der Kitas (5,3 Millionen Euro) um 850.000 Euro. Auf dem Grundstück Odenwaldstraße 70a waren die „Stoppelhobser“ schon lange daheim, und auch der VEF hatte dort bis zum Umzug in die Carl-Zeiss-Straße im April 2012 sein Domizil. Die „Stoppelhobser“ haben inzwischen auf zwei Gruppen aufgestockt. Die AWO nutzt die Einrichtung mit drei Gruppen.

Das Jugendamt, die Bauaufsicht und der Brandschutz haben bis zum letzten Tag vorm Start penibelst auf die Umsetzung der genehmigten Planung geachtet. Die „Stoppelhobser“ erhielten ihre Betriebserlaubnis am 1. Februar, die AWO am 10. Februar.

Das Konzept beruht auf dem der U3-Einrichtungen in der Carl-Zeiss-Straße (VEF) und in der Bruchwiesenstraße (Johanniter) mit Gruppenraum, Schlafraum und großem Spielflur. Deren quadratische Grundrissform musste natürlich dem rechteckigen Grundstück in der Odenwaldstraße angepasst werden. Beide Einrichtungen sind unabhängig voneinander nutzbar, verfügen aber über einen gemeinsamen Technikraum und können im Bedarfsfall zusammengeschlossen werden. Die „Stoppelhobser“ habenrund 315 Quadratmeter Nutzfläche, die AWO hat 380 Quadratmeter; hinzu kommen 15 Quadratmeter für die Technik. Zudem hat jeder Kindergarten ein eigenes Außengelände.

Sonnenenergie wird genutzt

Die KBR haben es sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, Energie zu sparen, regenerative Energien einzusetzen und die Betriebskosten dauerhaft zu senken. Diesem Grundsatz sind sie auch in der Doppel-Kita treu geblieben: Die nach Süden ausgerichtete Längsseite und das begrünte Flachdach mit großen Lichtkuppeln eignen sich hervorragend für die Nutzung der Sonnenenergie. Noch bis Ende des Monats wird eine Photovoltaik-Anlage mit 175 Solarzellen installiert. Damit können die KBR zwei Wärmepumpen betreiben, die genügend Warmwasser für die Fußbodenheizung und sanitären Anlagen produzieren. Das Gebäude ist somit unabhängig von fossilen Brennstoffen und verursacht keine CO2-Emissionen.

Das 1,75-Millionen-Euro-Projekt haben die Planungsbüros begleitet, die bereits die U3-Einrichtungen in der Carl-Zeiss- und der Bruchwiesenstraße im vorgesehenen Kosten- und Terminrahmen umgesetzt haben. Land und Bund haben den Neubau mit 435.000 Euro bezuschusst.

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Quelle: op-online.de

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