Mini-WM in Urberach

Länderfarben aus dem Lostopf

Urberach -   Wenn in zwei Wochen in Russland alles ähnlich gut klappt wie am vergangenen Wochenende im Mini-WM-Stadion des FC Viktoria, brauchen sich die Menschen keine Sorgen zu machen: es läuft, die Weltmeisterschaft kann kommen. Von Christine Ziesecke 

Im Stadion hatten 32 Mannschaften des Jahrgangs 2010 die Mini-WM in Trikots der Länder, die sie vertreten, nach dem Vorbild und Spielplan der Großen ausgetragen.

Bereits zum achten Mal veranstaltete der FC Viktoria diese sportliche Attraktion im Jugendfußball, das für die Kinder, Eltern, Betreuer und Trainer stets ein unvergessliches Erlebnis ist. Gespielt wird nach den Fair-Play-Regeln, die Jugendleiter René Hirsch von der Viktoria schon vor Jahren miterarbeitet hat. Eltern und Fangruppen der einzelnen Mannschaften hatten sich ihren Spielern teils in fröhlichen Gewändern angepasst und sorgten mit Spruchbändern oder Geräuschkulissen für die rechte WM-Stimmung.

Als ein Spieler der deutschen Mannschaft, vertreten durch den FC Germania Ober-Roden, den großen Pokal hereinbrachte und ihn an Moderator Michael Hock und den Turnierleiter Manfred Specht übergab, herrschte bei Spielern und Fangemeinde eine fast feierliche Stimmung. Auch die Spieler selbst nahmen die Sache sportlich ernst, aber hatten ihren Spaß dabei. Ein kleines Programm etwa mit dem Elfmeterschießen sorgte für die nötigen Pausen für die Spieler – samstags bei den aus jeder Mannschaft gestellten Schützen hatte der Spieler von Portugal alias FC Hanau 93 den Jugendtorwart Jan Schickedanz am häufigsten bezwungen.

Noch angespannt und körperlich angestrengt, aber ansonsten hochzufrieden zogen die Verantwortlichen, allen voran Michael Hock, am Sonntagmittag erste Bilanz: Alle Mannschaften waren angereist und es war trotz der hohen Temperaturen zu keinerlei gesundheitlichen Problemen gekommen. Vier der Mannschaften übernachteten auf dem Trainingsgelände der Viktoria – auch sie wurden vom Wetter begünstigt. Alles hatte geklappt oder konnte wie etwa der ausgefallene Starkstrom am Brezelofen kurzfristig behoben werden.

Getränkenachschub vor allem fürs knapp werdende Wasser war sofort zur Stelle; die von den Vereinsmitgliedern und -freunden handgemachten Kuchen und Salate hatten gereicht. Nicht gereicht hatten die 1500 Lose der Tombola – der Ansturm war trotz üppiger zwei Euro pro Los nach dem ersten Blick auf die 1000 meist hochwertigen Gewinne unglaublich gewesen. Das Orga-Team dankte vor allem den Sponsoren, die auch einen Verkaufsstand mit Vereins- und Deutschlandtrikots, Bällen und mehr aufgebaut hatten – direkt vor der WM ein sehr reizvolles Angebot.

Bilder: Mini-WM in Urberach

Gut gehalten hatte auch wieder das eigene Helfernetz, obwohl es wie bei allen Vereinen immer dünner wird. Nicht zuletzt die „Rentnerband“ hatte unter anderem mit der Übernahme der Parkaufsicht und der Müllentsorgung einen guten Beitrag geleistet. Und vor allem die freundschaftlich-sportliche Stimmung bei Spielern wie Fanclubs war einträchtig-fröhlich – das hatten auch Vereinsvorsitzender Ernstjürgen Klapp, Pfarrer Klaus Gaebler und Bürgermeister Roland Kern bei der Eröffnung gefordert: Fair Play trotz sportlichem Ehrgeiz, Kennenlernen neuer Menschen, ein friedliches Miteinander, und Spaß am Spiel – das soll im Vordergrund stehen. Kern erinnerte daran, dass die Nationalfarben die gute Laune noch steigern, doch dass es wie im „großen“ Leben reiner Zufall ist, in welchem Land, mit welcher Hautfarbe man geboren wird – alle Menschen sind gleich, erst recht, wenn sie über den Lostopf zu ihren Nationalitäten kamen wie bei der Mini-WM.

Und auch sportlich konnten die Urberacher zufrieden sein: Während Kroatien alias die TS Ober-Roden in der Trostrunde spielte, qualifizierten sich die Brasilianer von der Viktoria für die Spiele um Platz 9 bis 12. Die deutsche Mannschaft, vertreten durch die Germania Ober-Roden, stand am Sonntag gegen den Iran im Halbfinale; das zweite Halbfinale bestritten Argentinien und Südkorea. Die „kleinen“ Weltmeister standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest – sie können auf der Viktoria-Homepage nachgelesen werden.

Quelle: op-online.de

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