Aloys Schrod

Missionar hatte den Tod immer vor Augen

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Johann Feith mit seinen Büchern über die Walldürnpilger und Pater Aloys Schrod.

Ober-Roden - Still und unauffällig, so wie die Gedenktafel am Missionskreuz in der Nazarius-Kirche, war wohl auch der junge Ober-Röder Aloys Schrod. Still und unauffällig verbreitete er Gottes Wort in Afrika. Von Christine Ziesecke

1890, mit 15 Jahren, brach er aus der früheren Borngasse, der Rathausstraße, auf, um Missionar zu werden. Warum? Das ist bis heute nicht beantwortet, stellt sein Biograph Johann Feith fest. Wahrscheinlich sollte er als Ältester den heimischen Bauernhof übernehmen, der aber in schlechter Verfassung war. Doch der zierliche Junge war wohl mehr der Musik zugetan als der Landwirtschaft; er wollte seinem Landesherrn als Musiker dienen, wurde aber abgelehnt. Er vertraute sich einem Kaplan in Breuberg an, dann erst offenbarte er Ober-Rodens Pfarrer Jakob Dockendorff seine Wünsche. Ein Schweizer Pater auf der Durchreise zum Spendensammeln für die Mission sprach schließlich mit dem Vater.

Zunächst ging Aloys Schrod drei Jahre ins irische Cork auf eine Missionsschule der S.M.A., der Society of African Missions, danach vier Jahre nach Frankreich auf deren Priesterseminar. Am 24. Juli 1898 wurde der junge Ober-Röder in Lyon zum Priester geweiht; am 31. Juli 1898 feierte er in St. Nazarius seine Primiz. Nur zwei Jahre nach seiner Priesterweihe ist Pater Aloys Schrod in fernen Afrika gestorben.

Spuren hinterlassen

Der erste Brief von Aloys Schrod, den Johann Feith vom Onkel seiner Frau überlassen bekam, brachte die Recherche über den einstigen Ober-Röder Missionar ins Rollen.

Trotzdem hat er Spuren hinterlassen: Nach einem Jahr im westafrikanischen Oyo und anschließendem kurzen Aufenthalt in der Verwaltung wurde er nach Abeokuta in Nigeria versetzt, wo bereits Missionare der S.M.A. tätig waren. Gemeinsam mit seinem „Chef“ Jean Marie Coquard, der Arzt war, und seinen Mitbrüdern half er beim Bau des ersten Krankenhauses in Nigeria. Aus jener Zeit gibt es auch Briefe von ihm, in denen er seine Ober-Röder Verwandtschaft und ehemalige Mitbürger um Geld für die Missionsarbeit bittet.

Doch Aloys Schrod lebte nur noch kurze Zeitz; in einem Brief, den Pater Coquard nach seinem Tod nach Ober-Roden schickte, steht zu lesen: „Es waren damals meist Missionare tätig, die wussten, wie gefährlich es dort unten ist...“ In seinen Briefen schrieb Schrod viel vom Tod und davon, dass viele der Missionare früh sterben – „aber immer bemüht, nur Gutes zu tun.“ Und aus der Zeit nach seinem Tod ist in Briefen überliefert: „Da kamen die Kinder der Mission ganz erstaunt und weinten alle.“

Aloys Schrod, Missionar aus Ober-Roden

Pater Aloys Schrod muss sehr beliebt gewesen sein: Kinder und Erwachsene, Christen und Nicht-Getaufte begleiteten seinen Leichnam zum Gottesacker, wo er im September 1900 beigesetzt wurde. Ein auf lange Recherche zurückzuführendes Foto des Grabsteins bestätigt die Lebensdaten, doch vieles blieb auch verborgen. Unzählige Kopien seiner Briefe und eine Vielzahl von Fotos und Dokumenten sind zu einem Buch zusammengefasst, das Johann Feith verfasste: „Unser Mann für Afrika - Aloys Schrod, Missionar aus Ober-Roden“.

Johann Feiths Buch kostet zwölf Euro und ist im Pfarrbüro oder im Eine-Welt-Laden zu haben.

Erst jetzt, 115 Jahre später, gedachte die St. Nazarius-Gemeinde mit einem festlichen Hochamt der lange zurück liegenden Priesterweihe, zu der Pfarrer Elmar Jung bat: „Guter Gott, Aloys Schrod hat deinen Ruf gehört und deine frohe Botschaft in Afrika den Menschen verkündet. Er kann uns ein Vorbild sein. Schenke uns den Mut, offene, ehrliche und gute Zeugen deiner Liebe zu sein.“

Quelle: op-online.de

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