Raddampfer als Star im Museum

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Raimund Schultz ist stolz auf seine Geduldsarbeit: das Modell eines prächtigen Schaufelraddampfers.

Urberach (chz) - Als bekennender Jazzer wollte der Urberacher Meteorologe Raimund Schultz - den Jazzclub-Besuchern ebenso bekannt wie den regelmäßigen Gästen des Töpfermuseums - mindestens einmal in seinem Leben nach New Orleans reisen.

Dort erlebte er dann in voller Größe den imposanten Mississippi-Raddampfer „Natchez“, auf dem schon Legenden wie Louis Armstrong ihren Jazz gespielt haben.

Bei einer italienischen Modellbaufirma fand der Rödermärker Modellbaufan schließlich einen Bausatz, den er wiederum selbst noch ein wenig aufgepeppt hat. Zum Beispiel mit Beleuchtung und diversen Drehmöglichkeiten.

Fast drei Jahre hat Raimund Schultz an seinem kostbaren, gut ein Meter langen Prunkstück gebaut, und entgegen den anderen funktionstüchtigen Modellen ist dieses zu schade zum Wassern. Doch wer den Meteorologen schon länger kennt, weiß, dass er’s dabei nicht belässt. Natürlich hatte er auch die passenden Messinstrumente mit ausgestellt, so etwa den Sextanten, der in der Seefahrt zur astronomischen Ortsbestimmung gedient hat, um Breiten und Längen des jeweiligen Standortes zu bestimmen. Dabei wurde der Winkelabstand zwischen den Sternen und dem Horizont gemessen, und noch heute haben die Schiffe Sextanten an Bord für den Fall, dass die Bordelektronik ausfällt.

Vize-Weltmeisterschaften mit „Berlin“ und „Düsseldorf“ gewonnen

Über das Modellbaugeschäft Erkel lernte der fleißige Hobbybastler den Modellsportfan Bernd Erkel kennen, der bereits mehrere Vize-Weltmeisterschaften mit seinen Modellen „Berlin“ und „Düsseldorf“ gewonnen hat. Der Heusenstammer wusste vieles über das Wettkampfgeschehen zu erzählen, wobei durch Bojen gesetzte Parcours von den Modellen fernbedient durchfahren werden müssen. Er hatte auch sein derzeitiges Projekt mit dabei: einen dänischen Bohrinselversorger, den es natürlich auch im Original gibt.

Beide Männer sind Mitglieder im Modellsportclub Heusenstamm und wussten viel über ihr zeitaufwändiges Hobby zu erzählen, das bei mit Karton- und Plastik-Modellbau in der Jugend begonnen hatte und längst beim Funktionsmodellbau gelandet ist, dem noch sehr viel Eigenes „angebaut“ wird – oft nach Fotografien am Original und natürlich immer maßstabsgetreu, bei den ausgestellten Werken im Maßstab 1:20 bis 1:40. Und beide sind sehr glücklich, dass ihre Frauen ihnen keinen Strich durch ihr platz- und zeitaufwändiges Hobby machen: „Sie sind mit hineingewachsen. Anders ginge das auch gar nicht, das gäbe sonst dauernd Kummer“, ist Bernd Erkel klar. Infos: www.msc-heusenstamm.de.

Quelle: op-online.de

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