MS-Gruppe ist Aufgabe und Stütze zugleich

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Bei einem Feldenkrais-Seminar im Bürgertreff erfuhren die MS-Erkrankten mehr über ihren Körper und dessen Bewegungsabläufe sowie über Entspannungsmethoden. 

Rödermark - (chz) Veranstaltungen wie jüngst der Ostermarkt der Volkshochschule Rodgau oder der eigene Flohmarkt im Herbst sind für die „Mosaiksteine“ überlebenswichtig.

Die Selbsthilfegruppe Rodgau/Rödermark für Multiple-Sklerose-Kranke (MS) bekommt keine städtischen oder Landesmittel und als Selbsthilfegruppe auch keine sonstigen Zuschüsse, sondern lebt von eigenen Ideen und Spenden: „Wir haben Mitglieder aus Dietzenbach, Rodgau und Rödermark, und alle drei Kommunen sind selber knapp bei Kasse - da bleibt für uns nichts“, sagt Silke Buchenau. Immerhin können die „Mosaiksteine“ ihre Treffen in Rödermark kostenfrei im Bürgertreff Waldacker abhalten.

Die „Mosaiksteine“, vor elf Jahren von Silke Buchenau gegründet, setzten sich fast ausschließlich aus Erkrankten zusammen und haben auch außer einigen nahen Familienangehörigen keine ehrenamtlichen Helfer. Sie tun sich zwar rein körperlich mit der Organisation der Flohmärkte schwer, aber sie brauchen die Einnahmen dringend für ihre Freizeit - für viele Betroffene ein Highlight im Jahreslauf.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems und geht von Gehirn und Rückenmark aus. Dabei werden die Isolierschichten, welche die Nervenfasern ummanteln, angegriffen und teilweise zerstört. Es kommt, wie bei einem elektrischen Kabel, zum Kurzschluss mit völlig unterschiedlichen Symptomen an den verschiedensten Stellen. Mediziner und Patienten bezeichnen Multiple Sklerose als eine „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“, deren Ursache noch immer weit gehend unbekannt ist.

Bei der heute 50-jährigen Silke Buchenau etwa wurde sie vor rund 13 Jahren diagnostiziert, nachdem sie über lange Zeit diffuse Symptome von Konzentrations- und Blasenschwäche bis hin Taubheitsgefühlen und Problemen, die richtigen Worte zu finden, hatte. Die ersten Beschwerden lagen schon viele Jahre zurück, doch in ihrem stressigen Beruf als Anlageberaterin einer Bank waren sie nicht so ernst genommen worden. Heute weiß sie, dass es ungewöhnlich wichtig ist, einen Ansprechpartner zu haben, der die Symptome kennt und mit dem Kranken empfinden kann, und ist gerne für Gespräche mit allen MS-Betroffenen offen.

Die „Mosaiksteine“ haben sich ihren Namen ausgesucht, „weil sich unsere Gruppe aus verschiedenen Persönlichkeiten zu einem Ganzen zusammensetzt, und auch wenn durch die Krankheit mal ein paar Steinchen nicht wie gewohnt funktionieren, bleibt das Gesamtbild des Menschen bestehen“, erläutert Vorsitzende Silke Buchenau.

Die Kasse betreut Monika Kleinwächter; ihr Ehemann Hubert ist zweiter Vorsitzender und zugleich der einzige Nicht-MS-Kranke in der Selbsthilfegruppe, der deshalb all jene Arbeiten verrichtet, die den Anderen nur schwer möglich sind. „Ohne ihn würde hier nix gehen“, sind sich die Frauen einig.

Quelle: op-online.de

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