MTV sucht Wege in die Zukunft

Urberach - Mitglieder zeigen immer weniger Interesse an der Vereinsarbeit, die Kosten laufen davon, die Konkurrenz ist groß: Mit diesen Problemen steht der MTV Urberach nicht allein. Als bisher einziger Verein in Rödermark sucht er bei der Lösung Hilfe von außen.

Dem Beispiel der Stadt folgend hat der MTV Urberach einen Leitbildprozess angestoßen. Unterstützt vom Vereinsberaterteam des Landessportbundes (LSB) Hessen, Silke Herbert und Thomas Seybold, hatte der Vorstand einen ersten Workshop „MTV - Fit für die Zukunft“ organisiert. Aber lediglich 15 der mehr als 1 600 Mitglieder machten mit. Zum Bedauern von Beisitzer Siegfried Kupczok beteiligten sich nur „die üblichen Verdächtigen“ - sprich: überwiegend Vorstandsmitglieder und langjährige Übungsleiter.

Sie haben mit den LSB-Experten Visionen entwickelt, wie der MTV in den kommenden Jahren aufgestellt sein soll. Als Schwerpunkte ergaben sich die Themen Finanzen, Einsatz für den Verein, Vereinsbezug der Mitglieder („Wir-Gefühl“) und Angebotsvielfalt.

Hintergrund aller Überlegungen

Intensiv wurde die Frage diskutiert, ob ein Verein in der bisherigen Struktur noch zeitgemäß ist oder ob er in Zukunft nicht eher wie ein oder ähnlich einem Unternehmen geführt werden muss. Hintergrund aller Überlegungen ist ein Wandel in Gesellschaft, Familie und im Beruf, der gemeinschaftliches Engagement in den Hintergrund drängt. Den Workshop-Teilnehmern scheint unausweichlich, dass sich der MTV diesem Wandel anpassen will und muss, um erfolgreich den gegenwärtigen sowie neuen Herausforderungen zu begegnen.

Kupczok: „Die ersten Ergebnisse wurden bereits umgesetzt, und weitere werden folgen.“ Ein Newsletter bringt seit kurzem Informationen schnell unter die Mitglieder. Der Vorstand hofft, die Wagenburg-Mentalität einzelner Abteilungen oder Gruppen aufzubrechen.

Reichlich Arbeit

Auf die Vereinsspitze kommt reichlich Arbeit zu. Laut Kupczok steht eine Reparatur des Hallendaches an. Um die finanzieren zu können, müsse der MTV möglicherweise auch seine Beitragsstruktur überdenken. In welche Richtung dies gehen könnte, ist noch offen. Zudem will der Vorstand die Angebote durchforsten. Bestimmte Gruppen existieren nur noch auf dem Papier oder leiden unter extremem Nachwuchsmangel, der ihre Zukunft in Frage stellt.

Neue Impulse erwartet der MTV von einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Rödermärker Schulen.

Quelle: op-online.de

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