MTV testet Stadtbus

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Karl-Heinz Pfütze hatte die Idee zu einem ungewöhnlichen Monatsausflug und kaufte die Karten für seine Sportkameraden.

Urberach - Soviel zahlende Fahrgäste auf einmal - sieht man vom Schülerverkehr ab - hatte der Stadtbus seit seinem Start im August noch nie. 32 „Jedermänner“ des MTV Urberach starteten am Dienstagabend vom Bahnhof aus zu ihren monatlichen Ausflug.

„Wir wollen uns einmal ein eigenes Bild von dem mit viel Skepsis begleiteten Projekts machen“, erläuterte Karl-Heinz Pfütze die Hintergründe der Rödermark-Rundfahrt. Die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Offenbach hatte ihren Mobilitäts-Planer Klaus Böttcher mit auf die Reise geschickt.

Die „Jedermänner“ outeten sich bestenfalls als Gelegenheits-Busfahrer und machten aus ihrer Skepsis keinen Hehl. „Die Busse sind eigentlich zu groß für unsere Stadt“, kritisierte Pfütze und schlug vor, die getrennten Linien OF-45 und OF-46 zusammenzulegen: „Das deckelt den Zuschuss!“ Die Stadt subventioniert ihre Buslinien, die vor allem den Schülerverkehr sicherstellen sollen, mit bis zu 90.000 Euro pro Jahr.

Ein anderer MTV-Seniorsportler stellte unterwegs fest, dass der Bus in der Nikolaus-Schwarzkopf-Straße nur deshlb durchkomme, weil praktisch alle Autos falsch - sprich: mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig - parken.

KVG-Fachmann Böttcher erklärte den MTV"lern, warum Fahrgäste am Messenhäuser Kapellchen zehn Minuten im Bus warten müssen, bevor"s weitergeht: „Dann können Sie in Ober-Roden direkt in die S-Bahn steigen.“ Die Karten dafür können in allen Stadtbussen gekauft werden - eine Erkenntnis, die die meisten seiner Mitfahrer verblüffte.

Einige beklagten, dass die Busse durch Rödermark bretterten. Dem widersprach Klaus Böttcher nicht: „Der Stadtbus muss zur Einhaltung seines Fahrplans zügig fahren!“

Ende Mai will die KVG erstmals Passagierzahlen veröffentlichen. 

Quelle: op-online.de

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