Kindergarten zeigt Musical

Allein unter Geiern und Affen

+
Argwöhnisch beäugten zwei Geier, wie Mogli auf seiner Flucht vor dem Tiger Shir Khan unter ihrem Baum übernachtete. Erzieherinnen Kerstin Pekar hatte „Das Dschungelbuch“ mit Kindern und Eltern aus der Tagesstätte Zwickauer Straße in Szene gesetzt.

Ober-Roden - 68 Schauspieler im Vorschulalter hatten monatelang für ihr Musical geprobt, jetzt belohnte der Applaus von mehr als 1 400 Zuschauern in der zwei Mal ausverkauften Kulturhalle ihre Mühe. Von Christine Ziesecke 

Mit dem „Dschungelbuch“ begeisterten die Kinder aus der Kita Zwickauer Straße das Publikum. Die Idee, den Roman von Rudyard Kipling kindgerecht auf die Bühne zu bringen, kam von Erzieherin Kerstin Pekar, die auch schon für die letzten Musicals verantwortlich zeichnete. Unterstützt wurde sie von einem sehr musikalischen und mit Solostimmen gespickten Eltern- und Erzieherchor. Instrumental betreut haben der Jazzgitarrist und Ex-Kindergartenvater Thomas Langer und Gemeindepädagoge und Kita-Papa Frank Daxer das Ensemble. Den erwachsenen Akteuren war eines gemeinsam: Die - nach anfänglichem zähem Ringen - unbändige Freude an der Arbeit an diesem Eineinhalb-Stunden-Werk und der Spaß an der Zusammenarbeit mit eigegen und fremden Kindern. Seit November haben sie geprobt, die Eltern erst alle zwei Wochen, später einmal wöchentlich; die Kinder immer wieder in der Kita.

Neben den Hauptdarstellern, die durch das ganze Musical gleich blieben, wechselten die Gruppen der Tiere, der guten wie der gefährlichen, die sich auf der Bühne tummelten. „Es sind so viele, die hier ihr Bestes gegeben haben, da wollen wir niemanden namentlich hervorheben“, entschied Kita-Leiterin Lydia Drengwitz. Dankbar ist sie allen Teilnehmern, dankbar ist sie aber auch den vielen Kolleginnen und Eltern (sogar eine Großmama war im Team), die während der Auftritte die „unbeschäftigten“ Kinder betreut und geschminkt haben. Froh ist sie auch über jene Erzieherinnen, die während der gesamten Probenzeit den Regelbetrieb im Kindergarten aufrecht erhalten haben.

Das besondere Augenmerk der Zuschauer fiel einerseits auf die unbeschreiblich liebevolle Ausstattung des Musicals, von den durchgehend selbst entworfenen und genähten Kostümen bis zur bezaubernden Bühnendekoration. Der sprudelnde Wasserfall aus einem Tuch und einer Lichtquelle löste allgemeine Bewunderung aus. Hier nutzte Regisseurin Kerstin Pekar ihre guten Kontakte zum Offenbacher Theaterclub Elmar, der mit Requisiten aushalf. Das zweite auffallende Merkmal war die Unbeschwertheit, mit der nicht nur die kleinen Darsteller von Mogli bis Baloo und von Shir Khan bis zur Elefantenpatrouille ihre Rollen spielten. Der Spaß der Kinder war groß; die Zusammenarbeit mit vielen ihrer Eltern war ein besonderes Erlebnis. Und so manches Kind, das erst nicht mitmachen wollte, schmollte bei der Aufführung oder war ziemlich traurig. Aber nächstes Jahr steht es dann bestimmt mit auf der Bühne.

Kita zeigt Musical „Dschungelbuch“

Kita zeigt Musical „Dschungelbuch“

Kerstin Pekar stand während der Pause, in der eine Bildergalerie anschaulich über die Fortschritte beim Einstudieren des Musicals informierte und Eltern und Förderkreis zum kleinen Imbiss einluden, stark unter Strom und war beinahe sprachlos, aber hochzufrieden: „Es ist wunderbar gelaufen und es macht so viel Spaß!“, ließ sie sich dann doch entlocken. Gemeinsam mit Angelika Fichtbauer, dem Förderverein und dem Elternbeirat und vielen helfenden Händen hat Kerstin Pekar wieder einmal - nach der „Vogelhochzeit“ - ein tolles und außerdem tourneereifes Erlebnis für Kinder und Eltern geschaffen, das auch Erster Stadtrat Jörg Rotter mit seinen beiden kleinen Kindern genoss: „Dieser Dschungel war ein großes Vergnügen für uns alle!“ Diesen Satz beschlossen die übrigen Zuschauer einstimmig mit.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare