Musicaltalent entzückte Jury

Gemeinsam mit ihrer langjährigen Gesangslehrerin Nina Rohloff freut sich Sophia Schwarzkopf über den ersten Platz im Hessenentscheid von „Jugend musiziert“ in der Kategorie Musical VI, der zur Teilnahme am Bundesentscheid Ende Mai in Essen berechtigt.Foto: Zieseck

Urberach - (chz) Sophia Schwarzkopf hat nach ihrem Sieg beim Regionalentscheid „Jugend musiziert“ in Offenbach im Bereich „Musical VI“ nun in Schlitz den Hessenentscheid aus sieben Bewerbern gewonnen und tritt damit Ende Mai in Essen bundesweit an.

Die Urberacherin ist 18 Jahre jung und steckt an der Nell-Breuning-Schule gerade mitten im Abitur mit den Leistungsfächern Deutsch und Englisch. „Nein, kein Musik, das war im 12. Jahrgang ganz schrecklich und macht erst jetzt im 13. wieder richtig Spaß!“ Schule war in der Mittelstufe am schönsten - jetzt wird einfach sehr viel verlangt und durchgehetzt - sagt die Frau mit dem Fast-Einser-Schnitt.

„Wenn ich die Musik und meine Hobbys nicht hätte, hätte ich sicher ein besseres Abi, aber sehr viel schlechtere Laune!“

Dabei sind ihre Tage wirklich randvoll. Im zweiten Jahr singt sie schon beim Jugendclubtheater am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden; das heißt Solopartien in hochwertigen semiprofessionellen Musicals wie derzeit in „Anything goes“ und in „Rent“. Das bedeutete aber: nach der Schule mittags direkt nach Wiesbaden, nach der Show abends dann gegen 1 Uhr nachts zu Hause, und dann noch Hausaufgaben. Dazu jeden Samstag und Sonntag Proben, und das alles für eine Gage, mit der kaum die Fahrtkosten gedeckt sind. „Aber ich wusste ja, bevor ich anfing, worauf ich mich da einlasse - wie alle mache auch ich es aus Leidenschaft.“

Ohne Musik und Gesang kann Sophia Schwarzkopf sich ihr Leben nicht vorstellen. Ernsthaft los ging es, als sie sich zum 13. Geburtstag von ihren Eltern Gesangsunterricht erbettelte. Schon da begann die gute Zusammenarbeit mit Nina Rohloff, Gesangslehrerin an der Musikschule Urberach, die leider gerade jetzt Rödermark verlässt. „Ich weiß noch nicht, bei wem ich weiter Unterricht nehmen werde, aber ich bleibe dabei“, so die junge Künstlerin, die bislang wenig Wert auf Wettbewerbe und Auszeichnungen gelegt hat und meist an der Nell-Breuning-Schule, in Konzerten der Musikschule und in Wiesbaden zu hören war.

Ein Austauschjahr in Texas 2006, wo sie ihre Fremdsprachen Englisch und Spanisch intensiviert hat, ließ sie endgültig in ihrem Entschluss reifen, das Singen auch als Beruf ergreifen zu wollen.

Klavierunterricht genießt sie seit Jahren an der Musikschule, und für die Bühne muss sie nun noch Tanzunterricht nehmen. Nach dem Abitur wird sie erst mal ein Jahr dem Ensemble in Wiesbaden treu bleiben, nach der Sommerpause mit einer Hauptrolle im Musical „Crazy for You“, und dann wohl im nächsten Frühjahr die Aufnahmeprüfung für eine staatliche Musikhochschule, möglichst die Universität der Künste in Berlin, machen. Voraussichtlich im klassischen Fach Oper. „Aber was es auf Dauer werden wird, ist noch offen, ich kann jeder Musikrichtung etwas abgewinnen, vielleicht wird es langfristig sogar Jazz.“

Für Hobbys bleibt in diesem Leben kaum Zeit, aber die junge Frau spielt trotzdem leidenschaftlich gerne Volleyball beim MTV. Ihr größtes Hobby allerdings ist das Reisen - „deshalb auch der Beruf, weil man viel herumkommt!“

Dafür will sie auch noch mindestens fünf weitere Sprachen lernen, nicht zuletzt Italienisch für ihr Opernstudium. „Ein wichtiger Teil meines Lebens sind meine Eltern, sie haben mich immer unterstützt, sich jede meiner Shows mehrfach angeschaut, jeden Auftritt in der Musikschule besucht, den Gesangsunterricht bezahlt.“ Und der hat sich gelohnt, was der Sieg im Hessenfinale bei „Jugend musiziert“ beweist.

Quelle: op-online.de

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