Musikalisch in den Herbst

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Konzentrierter Orchesterleiter vor hervorragendem Orchester: Johannes Maurer und das große Blasorchester des Musikvereins 03 Ober-Roden.

Ober-Roden ‐ 29. Herbstkonzert des Musikvereins 03 Ober-Roden – das bedeutet eine mit 45 Musikern gut gefüllte Bühne, eine bis auf den letzten Platz gefüllte Kulturhalle und ein übervolles Parkhaus. Von Christine Ziesecke

Wer nicht vor dem Formel1-Rennen oder der Sportschau saß, lauschte den 03ern – so wirkte es zumindest.

Dank aktiver Hilfe von Kirchenchor Cäcilia und Musikverein 06 bei Garderobe und Service konnten sich die Musiker wirklich dem widmen, was sie am besten können: ein bestechendes Konzert präsentieren mit einem klassischen, aber modernen ersten Teil und einer der populären Musik gewidmeten zweiten Hälfte, beides gleichermaßen faszinierend.

„Kentish Dances“ als Höhepunkt vor der Pause

Die „Majestic Solemnity“ von Menno Bosgra zur Begrüßung war wirklich „majestic“, grandios, und die anschließenden Posaunen von Jericho in einer Blasorchester-Vertonung von Bert Appermont füllten die Kulturhalle gewaltig und zugleich erlösend am Schluss. Großer Höhepunkt vor der Pause: die aus der Volksmusik kommenden „Kentish Dances“, von Philip Sparke neu arrangiert – hüpfend, springend, bewegt zu Beginn, zart, einfühlsam und melancholisch in der Mitte, beides gemischt und eher ungewöhnlich am Schluss.

Bekannt von den Melodien, jedoch ungewöhnlich in deren Instrumentalisierung füllten Musicalmelodien und Popsongs den zweiten Konzertteil. Ein „symphonisches Portrait“ der West Side Story bezauberte das Publikum dabei ebenso wie der rassige Tango Argentino, bei dem zahlreiche Solisten sich wunderbar vorstellen konnten.

Vor allem Trompeter Francisco Hitzel und Saxophonist Gregor Kastirke beeindruckten auch beim Phil Collins Special, aber natürlich auch der junge Rodgauer Schlagzeuger Jan Einar Groh, der beim MV 03 aushalf – eine Paraderolle bei einem Phil Collins-Medley. Das abschließende „Killin’ Me Softly“ begeisterte alle ebenso wie die schwungvolle Zugabe „YMCA“ – nicht erst da zuckte es in den Beinen.

„Wir sind jetzt ein echter Rödermärker Verein geworden“

Großen Spaß hatte das Publikum an der neuen Moderation. Sebastian Früchel erzählte mit ansteckender jugendlicher Frische und absolut unkonventionell Informationen und Anekdoten rund um die Musikstücke und erntete dabei nicht nur für sein großes musikalisches Hintergrundwissen viel herzlichen Applaus. Wohl zum ersten Mal wurde der Text des Hits „Killin’ me Softly“ mit Hilfe von Kuschelbär und Kuscheleule erläutert – nicht nur die Kinder verfolgten darauf hellwach den Song, den der Musikverein präsentierte.

„Wir sind jetzt ein echter Rödermärker Verein geworden“, freute sich Vorsitzender Thomas Kuhn in der Pause. „Wir haben inzwischen Musikerinnen und Musiker aus allen Ortsteilen und auch neu Zugezogene haben den Weg zu uns gefunden. Das verdanken wir aber vor allem unserem Dirigenten. Er versteht es, die überwiegend jungen Mitglieder zu motivieren und zu fördern. Er kann einfach gut dirigieren.“ Dieses Lob unterstrich das Publikum zum Konzertende mit langanhaltendem Applaus im Stehen.

Quelle: op-online.de

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