Musikalischer Selbstläufer

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Jazz mit Banjo: Alex Friedrich brachte am 15. Geburtstag von „After Hours“ mit seinem Banjo eine ganz besondere Note in die monatliche Jam Session im Jazzkeller.

Ober-Roden ‐ 15 Jahre „After Hours“ im Jazzkeller in Ober-Roden, das heißt 15 Jahre lang eine Art Afterwork-Party für junge und alte, bekannte und unbekannte Jazzmusiker und für interessierte Gäste, die jedes Mal gespannt sein können, was sie erwartet. Von Christine Ziesecke

Als der Jazzclub im Herbst 1979 gegründet wurde, gehörten überwiegend aktive Musiker zu den Gründungsmitgliedern. Da lag es nahe, in monatlichen Jam-Sessions auch selbst gemeinsam „Jazz zu machen“. Als die kommerziellen Konzerte zunahmen, gerieten diese Sessions ins Hintertreffen und schliefen etwa 1990 ein. Vorstandsmitglieder Klaus Kästner und Dieter Altmann ließen diese Jam-Sessions jedoch 1995 mit einem festen Termin wieder aufleben: immer am zweiten Freitag eines Monats mit Ausnahmen wie Karfreitag oder Fasching.

Am Freitag, 13. Oktober 1995, fand die erste Jam-Session unter dem Namen „After Hours“ mit vielen Musikern aus der Region statt. „Sie hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem festen Bestandteil des Rödermärker Jazzlebens entwickelt und ist aus dem Angebot des Jazzclubs nicht mehr wegzudenken“, fasst Vorsitzender Albert Böttner die Aktivitäten zusammen.

Feste Größe: Bassist Roland Ulatowski

Musikerinnen und Musiker wie Viola Engelbrecht, Lindy Huppertsberg, Wilson de Oliveira oder Dirk Rauffeisen aus der Rhein-Main-Jazzszene kamen und kommen immer wieder gerne zu den Sessions nach Rödermark, und manche lokale Band hat bei diesem Anlass schon einen Musiker oder eine Musikerin gefunden, die heute bei der jeweiligen Band mitspielen.

„Heute bin ich richtig stolz, dass diese Reihe entgegen aller Prognosen so lange gehalten hat und zum Selbstläufer geworden ist“, freut sich Dieter Altmann über die offene Veranstaltung. Ziel dieser in Amerika etwa völlig selbstverständlichen Sessions ist es für ihn, die oft falsch verstandene Musikrichtung Jazz kostenlos und ohne Verbindlichkeiten für neue Interessenten zu öffnen und die Möglichkeit zu geben, Jazz in seiner Vielfalt kennen zu lernen. Das ist für Nachwuchsmusiker eine prima Gelegenheit zum Hineinschnuppern.

Feste Größe in dieser Runde ist Bassist Roland Ulatowski, der einen großen Kontaktkreis in der Jazzszene hat und in wechselnden Besetzungen jeweils den „harten Kern“ organisiert, dass als Rumpfmannschaft also immer ein Pianist, ein Schlagzeuger und ein Bassist da sind, zu denen sich andere Musiker gesellen können.

Besondere Note mit dem Banjo

„Diese Rhythmusgruppe muss auch auf gutem Niveau spielen und vielseitig sein, da wir nie im Voraus wissen können, wer an diesem Abend zu uns stößt. Das kann ganz klassisch, aber auch ganz modern werden“, freut sich Roland Ulatowski, der das alles mehrere Jahre ohne Pause alleine organisierte und mit auf der Bühne stand, auch mal mit Fieber, jedes Mal aber mit viel Vergnügen.

Die nächste offene Jam Session „After Hours“ lädt am 12. November Musiker und Zuhörer in den Ober-Röder Jazzkeller ein.

Am Geburtstagsabend kamen Gäste und Musiker im Jazzkeller wieder einmal voll auf ihre Kosten. Gemeinsam mit Roland Ulatowski sowie Martin Weitzmann am Piano und Dieter Plaue am Schlagzeug gaben Hans-Günther Grigoleit am Saxophon, Peter Katzenberger an der Klarinette, „JJ“ Jockel am Cornet und Willi Fräsdorf an der Posaune den jazzigen Rhythmus vor. Dazu brachte Alex Friedrich mit seinem Banjo eine ganz besondere Note. Im Lauf des Abends stießen auch die Rödermärker Youngster Christian Massoth und Gregor Kastirke mit Querflöte und Saxophon dazu.

Quelle: op-online.de

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