Heimisches Obst ist ein kostbares Gut

Diamanten wandern in die Saftpresse

Die Kelterfreunde Ober-Roden verarbeiten die wenigen Äpfel, die es in diesem Jahr gibt, zu Most. Diesmal werden sie unterstützt vom Musikverein Viktoria 08, der zum 110. Geburtstag 110 Liter Apfelwein ausschenken will.  (c)Foto: Ziesecke

Ober-Roden -  Frisches Streuobst ist in diesem Jahr fast so selten wie Diamanten und dabei doch so beliebt in den südhessischen Apfelwein-Sphären: In einem Ober-Röder Hof hatten Neugierige und Durstige tatsächlich die Chance, die Verarbeitung frischer Äpfel von heimischen Wiesen zu erleben.

Immer wieder kamen die Freunde verflüssigter Äpfel mit oder ohne Kanister in der Frankfurter Straße 33 bei den Kelterfreunden Ober-Roden vorbei, um zu sehen, wie frischer Süßer entsteht, und ihn gelegentlich zu probieren.

Morgens schon ging"s los mit Äpfelwaschen, Ausschneiden, Häckseln, Entsaften und vielem mehr. Ab mittags floss der frisch gepresste Saft aus der Presse. Bei der diesjährigen wetterbedingten Apfelnot ist es vielleicht eine der ganz wenigen Chancen, im einstigen Kelterort diesen Vorgang zu erleben. Schließlich gibt’s die Kelterei Schwarzkopf in Urberach nicht mehr. Und andere Hobby-Kelterer und -Küfer haben in diesem Herbst einfach zu wenig Obst, um Saft oder Most herzugeben.

Davon weiß auch Michael Langhammer, der Vorsitzende des Musikvereins Viktoria 08, ein Liedchen zu spielen. Die „08er“ wollen zum 110. Geburtstag, der vom 15. bis zum 17. Juni im „Dinjerhof“ gefeiert wird, 110 Liter Selbstgekelterten ausschenken. Das hört sich leichter an als getan: Mehrere „08er“ halfen eifrig beim Äpfel-Einsammeln und schließlich beim Ausschneiden der Äpfel, während die Kelterfreunde die Grundlage fürs nächstjährige Stöffchen ansetzten.

Trotz aller Engpässe gibt es auch in diesem Jahr am Hoftor frisch Gepressten in Kanistern zu erwerben. Besonders gern dann, wenn dafür auch Äpfel organisiert und vermittelt werden. Kontakt zu den Ober-Röder Kelterfreunden Stefan Hornung, Ingo Teike und Michael Wahl bekommt man unter kelterfreunde@gmx.de.

Die nächste Chance zum Schauen und Kosten gibt’s am 3. Oktober, und die Kelterfreunde erinnern daran, dass mitgebrachte Behälter natürlich gefüllt werden und dass selbstverständlich auch Birnen und Quitten mitgebracht werden können. (chz)

Quelle: op-online.de

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