Nachbars Grün als Dorn im Auge

Rödermark ‐ Streitereien unter Nachbarn sind für das Ordnungsamt der Stadt Rödermark tägliches Geschäft. Zehnmal pro Woche beklagen sich Grundstücksbesitzer über Äste und Zweige, die von fremden Grundstücken über ihre Mauern wuchern. Wann darf man wildes Grün abschneiden und wann nicht? Von Daniela Hartmann

Nach einem Wochenende in München stellte Lucie Sänger erschrocken fest, dass einige ihrer Koniferen um gut einen halben Meter gekürzt wurden. Die Büsche vor ihrer Garage in der Konrad-Adenauer-Straße 88 dienen vor allem dem Lärmschutz, dort stehen sie nun schon seit 35 Jahren.

Nicht zum ersten Mal hat ein Fremder ungefragt Hand an ihre Pflanzen gelegt. Bereits vor zwei Jahren habe ihre Liguster-Hecke an Höhe verloren, während sie drei Tage lang verreist war.

Beim Ordnungsamt gehören Beschwerden über wucherndes Grün zum täglichen Geschäft - zumindest in der warmen Jahreszeit. Von Mai bis September werden wöchentlich etwa zehn Fälle angezeigt, die Hälfte davon sind laut Amtsleiter Manfred Pauschert direkte Nachbarschaftsbeschwerden.

Sie sind dann gerechtfertigt, wenn die Bepflanzung über die im Bebauungsplan der Stadt festgelegte Trennung zwischen Grundstücken hinausgeht oder sich Gefahren für Bewohner und Passanten ergeben. Pflanzen, die auf das eigene Grundstück herüberwachsen, dürfen ohne Erlaubnis des Besitzers beschnitten werden.

Gewächse ungefragt in der Höhe zu kürzen, wie im Fall von Lucie Sänger, ist allerdings verboten.

Quelle: op-online.de

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