Die Nachbarschaft neu entdeckt

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Mit zwei Sketchen von Gerhard Polt und Karl Valentin brachten die Theaterschauspieler Claudia Brunnert und Detlev Nyga auf den Punkt, was Breidert-Bewohner wohl bestätigen können: Nachbarschaft ist nicht immer leicht, aber doch meist sehr ergötzlich.

Ober-Roden (chz) - „Dornröschen erwacht“ und „Sind wir heute nicht alle ein bisschen Weber?“ Zwei Aussprüche von Bürgermeister Roland Kern beim ersten Breidertfest sagten viel aus über die Premiere und ihren Hintergrund.

Was bis jetzt etwas verschlafen fernab der Ortskerne und ohne gewachsenes Gefüge vor sich hin dämmerte, wurde durch die Initiative „Wir sind Breidert“ nun in den Mittelpunkt geholt und nicht zuletzt durch deren Urheber Heinz Weber und Karlheinz Weber seit vorigem Jahr mit neuem Gemeinschaftssinn belebt.

Das oberste Ziel, Nachbarschaft wieder zu entdecken und Kommunikation zu schaffen, war fast unausweichlich: Der von den Christusträger-Schwestern zur Verfügung gestellte Garten des Hauses Morija platzte fast aus allen Nähten, während der Auftritte der Kinderchöre aus den Kitas Zwickauer und Potsdamer Straße und den Minis der „Sonnenburg“ war kaum mehr Platz zum Stehen. Doch auch danach kamen die Menschen ins Gespräch, lachten gemeinsam über die herzerfrischenden Valentin- und Polt-Sketche rund die liebe Nachbarschaft, die Claudia Brunnert und Detlev Nyga zum Besten gaben, genossen die rockigen Klänge der 14-jährigen Künstler Julia und Jimi ebenso wie den Rödermark-Rap von „Orwisch Finest“ oder die Mundartlieder der Rodauschiffer.

Bilder vom ersten Sommerfest im Breidert

Geselliges Miteinander beim Breidertfest

Die fast 60 dienstbaren Geister hatten wirklich alle Hände voll zu tun, für Nachschub an Essen und Trinken zu sorgen – waren doch die zahllosen selbstgebackenen Kuchen schon im Laufe des Nachmittags verzehrt. Und auch wenn die Dienste meist nur zwei Stunden dauerten: Jeder fühlte sich ständig verantwortlich, freute sich aber zugleich über den Erfolg des Festes.

Auch Bobbycar-Parcours, Schminkzelt oder Bastelecke auf dem Parkplatz vorm Pflegeheim waren stets dicht belagert; im Zelt fanden noch all jene eine Heimstatt, die bei einem Absacker den Tag ausklingen lassen wollten.

Ein vom Wissensspektrum her bunt gemischtes Quiz brachte die Gäste auch ins Grübeln, manche nutzten die interne Kommunikation, um sich Antworten zu beschaffen etwa auf die Frage, welche bekannte Modeschöpferin ihren Sitz hier hat oder wie viele Wohneinheiten der Hochhauskomplex hat, welches die längste Straße nach dem Breidertring ist oder wie lang der Tunnel an der „Spalt-Tablette“ ist – das wurde teilweise sogar mit eigens herbeigeholten Zollstöcken nachgemessen. Kommunikation gegeben, Zweck bestens erfüllt – so etwa lautet das Fazit, das Karlheinz Weber stellvertretend spontan nach dem Fest zog: „Wir hatten viele Handicaps im Vorfeld bis hin zum Regen und zur nassen Lautsprecheranlage, die wir mit dem Fön wieder grob in Griff bekamen, aber es hat sich wirklich gelohnt, wenn man der Stimmung und den Aussagen der unzähligen Besucher vertraut. Es wurden nicht nur Brücken gebaut, sondern auch wirklich aufeinander zugegangen.“

Quelle: op-online.de

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