Nächtliche Partys in der Waldstadt

Waldacker (lö) - Techno-Fans haben die verwaiste und vermeintlich abgelegene Kinderspielstadt als Location für ausgelassene Partys entdeckt. Was etliche Waldackerer gehörig nervt, denn ganz so abseits liegt das so genannte Blockhüttengelände nun doch nicht.

Wummernde Bässe rauben ihnen den Schlaf. Zweimal haben sich Anwohner bei Stephan Brockmann, dem stellvertretenden Leiter des Ordnungsamtes, beschwert, fünfmal klingelte bei Stephanie Grabs von der städtischen Jugendpflege seit Juni das Telefon.

Nächtlicher Lärm ist nur eine Begleiterscheinung der Feten, ein mit Autos vollgeparkter Wald stört Mensch und Natur erheblich. Die ungebetenen Gäste kommen bis aus Aschaffenburg oder Erbach - darauf lassen zumindest die Kennzeichen ihrer Autos schließen. In der Partyzone selbst lassen sie jede Menge Dreck zurück und demolieren die Holzhütten.

Das Gelände wird von der Abteilung Jugend der Stadt Rödermark verwaltet. Hier landen auch die meisten Beschwerden. Seit Sommer wird die Spielstadt allerdings nicht mehr offiziell vermietet. Die Stadt arbeitet derzeit an einer planerischen Umgestaltung des einstigen pädagogischen Vorzeigeprojektes. Außerdem finden in Absprache mit dem Forstamt und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach Waldpflege- und Aufforstungsarbeiten statt. Parallel dazu arbeitet die Stadt an einem neuen Vermietungskonzept, damit das Gelände künftig wieder von Kindergarten- und Schulgruppen für pädagogische Aktivitäten oder Freizeitangebote genutzt werden kann. Dies wird voraussichtlich erst wieder ab dem Frühjahr 2012 der Fall sein.

Wenn Partys auf dem Gelände gefeiert werden, ist dies also eine unzulässige Nutzung, stellt Sozialpädagogin Grabs klar. Das städtische Ordnungsamt und die Polizeistation in Dietzenbach seien informiert. Beide raten gestressten Anwohnern, sich die Autokennzeichen zu notieren, sofort bei der Polizei in Dietzenbach unter der Nummer 06074/837-0 eine Meldung zu machen und eine Feststellung der Personalien zu fordern. Die Polizei kann dann angemessen reagieren und die Party „auflösen“ sowie die Personalien feststellen. Somit hat dann die Stadt im Nachhinein die Möglichkeit, Anzeige gegen die Gastgeber, die die Spielstadt zu Unrecht nutzen, zu erstatten.

Quelle: op-online.de

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