Ruft die Polizei auf den Plan

Nächtlicher Lärm am Markttag-Wochenende sorgt für Streit

Ober-Roden - Freiluftfeiern in lauen Sommernächten machen den einen viel Spaß und rauben anderen den Schlaf. Dieser Zwist rief am „Midde noi“-Samstag und der inoffiziellen Auftaktparty am Freitag zweimal die Polizei auf den Plan.

Erheblichen Lärm, so Samantha Müller aus der Frankfurter Straße, habe in der Nacht zum Samstag eine Party im „Dinjerhof“ verursacht. Zum inoffiziellen „Midde noi“-Start, so die Ankündigung, legte ein DJ auf. Nach einer ersten Bitte am späten Abend, die Musik leiser zu drehen, hätten dann sowohl ihr Mann als auch ein Nachbar um 0.37 Uhr die Polizei gerufen, schrieb Samantha Müller unserer Zeitung. Eine Streife sei auch gekommen, gebessert habe sich nichts. Im Gegenteil: „Wir wurden als Störer hingestellt.“

Am Samstag haben die Müllers die „Midde noi“-Musik selbst bei geschlossenem Fenster und laufendem Fernseher gehört. „Laut Marktordnung hieß es, dass spätestens um 23 Uhr sowohl Musik als auch Ausschank geschlossen werden“, sagt die Nachbarin. Um 23.34 Uhr erhielt die Polizei den ersten Anruf des Abends, um 0.58 Uhr den zweiten. Auch am Sonntagabend war die Musik nach Ansicht der Nachbarn zu lang und zu laut.

Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden: Bilder

Thomas Eck, der stellvertretende Leiter der Polizeistation Dietzenbach, bestätigte, dass in beiden Nächten Streifen in Ober-Roden waren, um die Ruhe wiederherzustellen. Am Sonntag hätten die Kollegen um 0.16 Uhr den Eindruck gehabt, der Veranstalter sei der Aufforderung nachgekommen. Kurz vor eins sei aber der zweite Anruf gekommen. Da seien alle Streifen wegen eines Einbruchalarms in Weiskirchen gewesen. Bei einer Kontrolle um 2.10 Uhr habe die Polizei dann nur noch Musik aus einem Auto fest- und abgestellt.

„Als Gewerbeverein können wir hier nur verlieren: entweder die Besucher oder die Nachbarn vergrätzen“, steckt Gewerbevereinsgeschäftsführer Thomas Rosenblatt im Dilemma. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte er, dass laut Markordnung um 23 Uhr hätte Schluss sein müssen. Aber es sei „schwierig, die Marktordnung durchzusetzen“, wenn der Ort voll feiernder Menschen ist. Die hätten sich lautstark beschwert, als er am Samstag kurz nach Mitternacht die Musik leiser gedreht und um 1 Uhr abgestellt habe. Mit der inoffiziellen Eröffnungsparty habe der Gewerbeverein aber nichts zu tun. Das sei Sache des „Dinjerhofs“. Rosenblatt fordert die Gleichbehandlung von Markttag und Kerb: für die gelte keine Sperrstunde.

Kunst und Kultur bei „Midde noi“ in Ober-Roden: Bilder

„Ich kann die Beschwerde verstehen“, sagt „Dinjerhof“-Hausherr Wilhelm Schöneberger. Aber momentan seien gesetzliche Lärmschutz-Regelungen so, dass sie das öffentliche Leben lahm legen können. Hier muss die Politik seiner Ansicht nach Abhilfe schaffen.

Beim Ersten Stadtrat Jörg Rotter waren „Beschwerden von mehreren Leuten aufgelaufen“. In der Nacht auf Sonntag hatte ihn die Polizei aus dem Bett geklingelt und quasi auf den Marktplatz zitiert. „Da haben die Bässe gewummert. Für so was haben die Leute kein Verständnis“, schildert er seine Eindrücke. „Regeln müssen eingehalten werden“, fordert Rotter. Sonst könnten solche Veranstaltungen kippen. (lö)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Eyßen

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