Narrenzug wird eine runde Sache

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Raquel Sokcevic spielt beim TCO Tennis. Ihre Mutter Julia kam zum Kleistern gerne mit.

Ober-Roden - Die Rödermärker Fastnacht lebt – und wie! Rathaussturm und Rosenmontagszug werden immer beliebter, nicht nur am Straßenrand, sondern auch uff der Gass’ selbst.

Viele Narrengruppen wollen mittendrin dabei sein, wenn der närrische Gaudiwurm durch Ober-Roden und Urberach zieht. Seit Monaten sammelt das Fußvolk dafür Ideen. Viele Gruppen werkeln und basteln und haben sich längst dafür angemeldet. Einige von ihnen stellen wir vor.

Eine von vielen Premieren bei der Rödermärker Fastnacht: erstmalig wird in diesem Jahr der Tennisclub Ober-Roden (TCO) mit 49 großen und kleinen Narren am Rathaussturm und Rosenmontagszug teilnehmen.

Angeregt wurde der Auftritt von den Jugendwartinnen Claudia Stremme und von Kerstin Hunkel-Hitzel, die selbst mit großer Freude und ansteckender Begeisterung und mit unerschöpflicher Ideenvielfalt mit beiden Händen im Kleistereimer steckt.

Die Kinder brauchten nur alte Zeitungen und einen leeren Eimer mitzubringen. Alles andere, Ballons und Zeitungspapier etwa für Pappmaché, gab"s vor Ort. TCO-Vorsitzender Jürgen Kühl war rasch zu begeistern: „Ich hab gefühlte fünf Tonnen Papier geschnippelt, bis ich Blasen an den Fingern hatte“. In mühevoller Handarbeit hatte er sein Teil dazu beigetragen und zahllose alte Ausgaben der Offenbach-Post in kleine Quadrate geschnitten, mit denen sich gut kleistern ließ. Was was könnte aus einer sorgfältig gelesenen Offenbach-Post wohl schöneres werden als ein quietschgelber großer Tennisball, der als Kopfschmuck quer durch Rödermark ziehen wird?

„After-the-Storm-Party“

Seit Anfang Januar treffen sich Kinder und Eltern alle zwei, drei Tage. „Wir wollen versuchen, gleich bei den Kindern die Gemeinschaft zu stärken“, erklärt Kerstin Hunkel-Hitzel – was vor kurzem erst beim Kinderkochkurs hervorragend gelungen war.

Organisatorin und Jugendwartin Kerstin Hitzel-Hunkel freut sich über die zum Kleistern klein gerissenen Zeitungsseiten aus der Offenbach-Post.

Der TCO möchte das Clubleben für Familien und Kinder attraktiver machen und die erfolgreiche Jugendarbeit auch mit Gemeinschaft stärken. Überrascht war Hunkel-Hitzel von der großen Teilnehmerzahl: 46 haben sich offiziell angemeldet, einige basteln auch zuhause. Bei der Firma Hitzel Oberflächentechnik in der Senefelder Straße hat die Handwerksmeisterin und Galvanotechnikerin einen Raum zur Verfügung, der eigentlich Besprechungsraum und Kantine zugleich ist. Zwar muss jedes Mal der langsam Gestalt annehmende Kopfschmuck an den Rand geräumt werden, doch dort kann er stehen bleiben.

Darüber hinaus hat die ältere Generation eine „After-the-Storm-Party“ geplant – auch hier ist die Familie guter Hintergrund. Schwester Ulrike Kriegsch, ebenso wie Kerstin Hunkel-Hitzel Geschäftsführerin der Fa. Hitzel, wird ihr Hoftor an der Dieburger Straße - schräg gegenüber der Sparkasse - öffnen, wo ein Zelt, eine TCO-Tennis-Bar und passende Musik alle Passanten einladen werden

Verantwortlich dafür sind die Herren 30 / 40 und die „Bones“ samt der Rentnertruppe. Dort wird’s ab 13.30 Uhr Spießbratenbrötchen, Würstchen und Getränke geben, wozu „Obergrillmeister“ und technischer Vorstand des Vereins, Fredy Schyma, extra aus seiner Reha kommen wird.

Kleiner Höhepunkt: Tennisclub-Mitglied Nik Hubers Sohn gibt mit seiner Kinder-Rockband „Stage Fighters“ dort einen Auftritt.

Dabei sind auch „Herausgewachsene“ wie etwa die Ärztin Ute von Gossler, die gerne zum Kleistern und Kleben erschien. Der Kleister wird eimerweise von einem weiteren Familienmitglied von Kerstin Hunkel-Hitzel angerührt: Ehemann Armin Hunkel, dem Maler unter den Hunkels. Schwester Ulrike Kriegsch war schon selbst mit ihrem Mann Faschingsprinzenpaar. Sie bringt die Erfahrung aus dem Fastnachtsgeschehen mit in die Vorbereitung ein und gibt Insider- Tipps. „Wir haben so wunderbar viele Fachleute unter den Vereinsmitgliedern – für Kleister und Farbe, in der Schlosserei unten wird die Theke gebaut – es passt einfach!“

Dass sie alles in der Hand hat, verschweigt sie dezent. „Die Kerstin ist ein hervorragender Motivator“, weiß Ute von Gossler aus eigener Erfahrung, und Mutter Alis Simpson ergänzt spontan: „Ja, die kann einen totquatschen!“ Der darüber hocherfreute Jürgen Kühl ergänzt: „Wir lassen sie schon nicht mehr zum Joggen und Laufen gehen, denn dabei fallen ihr immer wieder neue Sachen ein, die wir noch machen könnten . . .“ 

chz

Quelle: op-online.de

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