Konditorin Sibylle Langner in Costa Rica

Schwierige Suche nach gutem Quark

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Kalorienzählen streng verboten! Sibylle Langner präsentiert an ihrem Arbeitsplatz, der Frankfurter Confiserie Graff, eine Auswahl süßer Kreationen aus Backstube und Pralinenraum.

Urberach - Konditorin Sibylle Langer hat den Sprung in die Jugendnationalmannschaft der Köche geschafft. Mit der sahnte sie bei der „Copa Culinaria de Las Americas Junior“ in Costa Rica mächtig ab. Von Michael Löw

Die 23-jährige Urberacherin und ihr Team gewannen zwei Einzelwertungen und holten den Gesamtsieg. An der „Copa Culinaria de Las Americas Junior“ nahmen ein Dutzend Nationalmannschaften teil. Außer deutschen, spanischen, kanadischen und US-amerikanischen Köchen stellten sich Kollegen aus Mittel- und Südamerika den Juroren. Ganz aufs Gastgeberland Costa Rica abgestimmt waren die fünf Zutaten, aus den sie ein Drei-Gang-Menü kreieren sollten: Süßkartoffeln, Tilapia (ein Fisch), Kaffee, Schokolade und Ananas. Klar, dass die preisgekrönte Konditorin Sibylle Langer das Desert auf den Tisch brachte.

„Geht für uns nach Costa Rica!“, hatte der Verband der Köche Deutschlands im Januar von seinen besten Talenten gefordert und damit das Training eingeläutet. Die Juniorennationalmannschaft traf sich einmal im Monat für ein Wochenende, an dem nur geschnippelt, gerührt, pochiert, gebacken, gebraten und geigelt wurde. Für alle, die über das letzte Wort gestolpert sind: Igeln nennt die Fachfrau die Herstellung von Trüffeln, deren Oberfläche an das Stacheltier erinnert.

Drei Köche, eine Köchin und Patissière Sibylle Langner bildeten in Costa Rica die deutsche Nationalmannschaft. Ihr stand vor Ort eine Dolmetscherin zur Seite, die mit den jungen Leuten durch die Geschäfte zog. Einen Kulturschock erlebte die Urberacherin in Mittelamerika nicht: „Da gab’s auch einen Walmart und viele andere Supermärkte.“ Nur schwer zu finden war allerdings der Quark, den sie für ihr Eis brauchte. Auch wenn die Costaricaner ihr Land gern als die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnen: Die Auswahl an Milchprodukten kann mit der in Europa nicht mithalten. Und Nougat oder spezielles Mehl von daheim mitzunehmen, war sicher eine gute Entscheidung.

Mit den drei Goldmedaillen dekoriert, geht Sibylle Langner den nächsten Schritt ihrer Karriere an. Ab September besucht sie die Meisterschule in München. Sie war schon Jahrgangsbeste der Konditoreninnung Rhein-Main und Hessens beste Gesellin. Vielleicht schafft sie Ähnliches ja auch in München. Verführbar inmitten der süßen Leckereien ist Sibylle Langner nur bedingt. „Wenn man die Sachen den ganzen Tag im Überfluss vor sich hat, nascht man höchstens hier und da ein bisschen“, sagt sie. Ist sie zum Kaffeetrinken eingeladen, greift sie am liebsten zu gebackener Hausmannskost wie Blech- oder Käsekuchen.

Quelle: op-online.de

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