Naturerlebnistag des Nabu an der Rodau

Flohkrebs unter der Becherlupe

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Interessantes wartete schon gleich zu Beginn der Rodauwanderung. Eine vermutlich flugunfähige Amsel, forderte die ganze Aufmerksamkeit auch von Dr. Rüdiger Werner.

Rödermark - Natur zum Anfassen können Kinder regelmäßig beim Naturtschutzbund Nabu erleben. Zu den Höhepunkten im Jahresprogramm für Kinder und Jugendliche gehört der Rodautag. Einen ganzen Tag widmet die Gruppe dem Leben in und an unserem Haus-Bach.

Und die Zeit vergeht dabei wie im Flug. Fast bis zu den Knien reichte die Rodau jenen Kindern, die am Rodautag der Ortsgruppe Rödermark des Naturschutzbundes NABU teilnahmen. Unerwartet nach den letzten trockenen Wochen, doch das Unwetter am Vortag hatte den Bach zu einem richtig fließenden Gewässer gemacht.

Das Unerwartete begann schon am Treffpunkt in der Grünanlage an der Trinkbornschule. Dort erstreckt sich plötzlich ein kleiner Sandstrand an diesem Teil der Rodau. Der heftige Regen hatte die Grasnabe unterspült und weggeschwemmt, darunter kam feiner Sand zutage.

Die ganz Mutigen stiegen schon dort in Badeschuhen oder Gummistiefeln ins Wasser und trauten sich unter der Straße hindurch zum Oberwiesenweg. Die Anderen kamen hier dazu. Eine anscheinend flugunfähige Amsel am Bachufer zog als nächstes die Aufmerksamkeit auf sich. NABU-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner näherte sich ihr vorsichtig und leitete sie zumindest vom befahrenen Weg fort.

Eher selteneres fischähnliches Lebewesen

Unterm Vergrößerungsglas betrachteten die Kinder das Bachneunauge aus der Rodau.

Kaum in der inzwischen kniehohen Rodau Richtung Urberach, also zur Quelle hin unterwegs, fand Naturerlebnis-Pädagogin Birgit Weimann ein Bachneunauge, ein in der Rodau eher selteneres fischähnliches Lebewesen. Dessen Larven stecken senkrecht im Sand. Sobald das Bachneunauge Angst hat verkriecht es sich im Sand.

Schauen und entdecken, mit Becherlupe und Bestimmungskarte den Funden auch Namen zu geben – dazu hatten die Acht- bis Zwölfjährigen ganz viel Zeit und Muße. Stichlinge, Bachflohkrebse oder Wasserskorpione fangen und sie vorsichtig wieder freilassen, den Bach mit Hilfe von Seilen trockenen Fußes überqueren oder ein Picknick am Strand. Dazu eine Regatta der aus Naturmaterialien selbst gebastelten Bootchen, und zu guter Letzt noch eine leckere Eispause - das alles waren Erfahrungen des vierten Nabu-Erlebnistages an der Rodau im Ferienangebot der Stadt.

Viele Informationen über den Bach

Und natürlich gab’s von den Nabu-Mitgliedern auch noch viele Informationen über den Bach, der sich durch die Heimat der Kinder schlängelt: 28 Kilometer lang, vermutlich von zwei Quellen im Südwesten Urberachs ausgehend – einer ausgetrockneten im Wald und einer am Spielplatz, von der ab die Rodau stets Wasser führt. Und das bis hin nach Mühlheim.

Früher verlief sie gut 100 Jahre lang anders als heute durch Ober-Roden, weil sie an den Mühlen vorbeigeleitet wurde. Heute bietet sie am renaturierten Teil einen Hauch von Strandleben in Rödermarks grüner Mitte. War die Rodau früher im Sommer ausgetrocknet, so führt sie heute ganzjährig Wasser. Davon gab’s am Rodautag 2013 zum Vergnügen aller Teilnehmer besonders viel Wasser.

Weitere Infos zu NABU Rödermark und seiner Jugendarbeit: www.nabu-roedermark.de/kinder-und-jugendliche.

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chz

Quelle: op-online.de

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