Rödermark

Naturschützer im Einsatz am Berngrundsee – Insektenhotel stößt auf Kritik

Mit der Motorsense ging Karlheinz Weber dem Schilf am Ufer des Sees an die Halme, die dann von den anderen Helfern abtransportiert wurden.
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Rödermark: Mit der Motorsense ging Karlheinz Weber dem Schilf am Ufer des Sees an die Halme, die dann von den anderen Helfern abtransportiert wurden.

Naturschützer haben in Rödermark nahe Offenbach für freie Sicht auf den Berngrundsee gesorgt. Ihre Arbeit findet nicht bei jedem im Ort Anklang.

Rödermark - Temperaturen weit unter dem Nullpunkt herrschten, als sieben hart gesottene Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Rödermark ihren Frühjahrs-Arbeitseinsatz in Angriff nahmen. Die Frauen und Männer überwiegend vom Vorstand der Rödermärker Ortsgruppe hatten es sich zur Aufgabe gemacht, den Besuchern der Werner-Weber-Gedächtnishütte in Rödermark nahe Offenbach wieder einen freien Blick auf den Berngrundsee zu ermöglichen.

Eigentlich wollten die Helfer die sich üppig vermehrenden Weidenwurzeln am Seeufer ausgraben. Doch der strenge Frost hatte die Bodenarbeiten unmöglich gemacht. So sorgte Karlheinz Weber mit seiner Motorsense für einen freieren Blick auf den Berngrundsee, während Nabu-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner und sein Team die großen Schilfbündel einsammelten und zur Stapelstelle am westlichen Ufer schleppten.

Naturschützer in Rödermark bei Offenbach erfreut: Pegel des Berngrundsees steigt wieder

Besonders schöne und gut biegsame Weidensprösslinge dürfen ein neues Dasein weiterführen: Verena Henschler hat sie mit in die Trinkbornschule genommen, wo sie zu Frühlings- und Osterkränzen verarbeitet werden. Zumindest die Sonne belohnte die winterlichen Saisonarbeiter, die von den gefrorenen Ruten auch so manchen blutenden Kratzer abbekamen, mit ihrem schönsten Strahlen; die Besucher der Beobachtungshütte können nun zudem den See mit seiner beeindruckenden Vogelwelt wieder besser ins Auge nehmen. Und noch eine gute Nachricht: Nachdem der Berngrundsee voriges Jahr ziemlich ausgetrocknet war, steigt der Wasserstand dank des ergiebigen Regens der vergangenen Wochen.

Noch am selben Tag wollte der Nabu auch einen zweiten hohen Nadelbaum am Schützenhaus Diana fällen lassen. Der erste liegt schon entastet, entrindet und auf rund 12 bis 14 Meter gekürzt bereit. Demnächst werden beide Stämme mit einem Storchenkorb ausgerüstet wieder in der Nähe des Schützenhauses aufgestellt.

Rödermark: Insektenhotel und Igelheim oder Bauschutt? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Naturschutz in Rödermark bei Offenbach: Insektenhotel nicht bei allen im Ort beliebt

Die Aktivitäten der Naturschützer in Rödermark nahe Offenbach stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Ortslandwirt Werner Gaubatz stört sich zum Beispiel an der „Heuwiese“ gegenüber des Schützenhauses. Gedacht ist das Ganze als Insektenhotel und Unterschlupf für Kleintiere und Eidechsen. Die aufgeschichtete Mauer aus Bruchsteinen, in die auch zwei Maurerziegel und mehrere Baumstämme integriert sind, ist seiner Ansicht nach „eine Einladung, Bauschutt in der Natur zu deponieren“. (Christine Ziesecke)

Anfang Februar schon wollten Naturschützer in Rödermark eine neue Brutstätte für Störche errichten – wurden dabei allerdings vom durchgeweichten Boden aufgehalten.

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