Nazarius-Kita wird Familienzentrum

Anlaufstelle auch für die Eltern

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Die Kinder sind schon jetzt sehr gut betreut in der katholischen Kita St. Nazarius, wie eine Umfrage unter den Eltern ergab. Nun sollen auch die Familien in den Genuss von mehr Beratung und Hilfe kommen.

Ober-Roden - Die Katholische Kita St. Nazarius hat damit begonnen, ihre Einrichtung zur Anlaufstelle für Familien auszubauen. Gemeinsam mit den Eltern werden Angebote entwickelt, die Kindern, Vätern und Müttern im Alltag helfen. Von Christine Ziesecke

Waren Kindergärten früher ausschließlich für die Jüngsten in der Familie gedacht und Eltern eher manchmal im Weg, so werden die heutigen Kitas zunehmend mehr zu Familienstätten ausgebaut, als unterstützende Anlaufstelle nicht nur für Kinder, sondern auch für die Eltern.

Das sehen auch die kirchlichen Einrichtungen so und werden dabei etwa von den Bistümern als Arbeitgebern unterstützt. Im ersten Durchgang hatte das Bistum Mainz nach einer Ausschreibung schon elf Projekte unterstützt. Nun hat es im zweiten Durchgang 47 Bewerbungen aus seinen insgesamt 240 Kindertagesstätten bekommen. Das bedeutet, dass mehr als 3500 Kinder und ihre Eltern davon profitieren werden. Die Unterstützung besteht in einem dreijährigen Coaching sowie in weiterführenden Fortbildungen beim Mainzer Institut für Kinder- und Jugendhilfe.

Umfrage unter der Elternschaft

2012 startete das Bistum und damit auch die Kita St. Nazarius mit ihrer Umfrage unter der Elternschaft, um den tatsächlichen Bedarf für Eltern begleitende Maßnahmen zu ermitteln. Nach der Auswertung geht es 2013 nun an die Verbesserungsarbeit.

Die Voraussetzungen sind gut. Während die Erzieherinnen eher voller Sorge auf die vor ihnen liegenden Aufgaben schauen, macht ihnen ihr erfahrener Coach klar, dass sie das meiste davon längst erfüllen. Die bestehende gute Qualität den Kindern gegenüber muss nun nur noch mehr die Familien mit im Auge haben. Dann passt das schon.

Keine Konkurrenz zu anderen Familienzentren

„Wir wollen auch keine Konkurrenz zu anderen Familienzentren sein. Die Kita liegt in einem relativ geschlossenen Ortskern, der zudem aufgrund der engen Bebauung eher im sozialen Mittel- als Oberfeld liegt“, stellt Kitaleiterin Christine Großebörger fest. „Wir werden uns zusätzliche Beratung ins Haus holen und vor allem die Finanzierung durch Sponsoren sichern müssen“.

Angedacht sind Erziehungsberatung, Familienhilfe und Themenelternabende (die es bisher schon sporadisch gab). „Uns ist wichtig, dass wir auch nicht in Konkurrenz gehen zu anderen Vereinen in Rödermark, sondern uns dadurch herausheben, dass wir Hilfe für Familien schaffen wollen und damit im pastoralen Raum einer Kita in einer Pfarrgemeinde arbeiten. Wir wollen auf das zurückgreifen, was die Gemeinde leistet.“

Mit der Umfrage sollten die Eltern noch mehr mit einbezogen werden: Was braucht ihr? Wo habt ihr Bedarf? Der Rücklauf der anonymen Befragung, die inzwischen genau ausgewertet ist, war ungewöhnlich stark: 70 Prozent haben ausführlich geantwortet. „Das erste Ergebnis für uns lautet: Wir sind bei vielem schon gut, aber wollen die Ergebnisse bis zur Kontrollumfrage in drei Jahren noch verbessern.“ In vier Arbeitsgruppen, besetzt aus dem gesamten Team sowie mit 14 Eltern, wird jeweils einer der Schwerpunkte vorbereitet, die sich aus der Umfrage ergeben haben. Da ist zunächst die Erstellung von Infobroschüren für Eltern rund um die Fragen Wo finde ich welche Hilfe? Wo gibt es Angebote für Kinder?

Vernetzung der Kita mit anderen Gruppen

Zweitens die Vernetzung der Kita mit anderen Gruppen innerhalb der Pfarrgemeinde und des sozialen Umfelds. Dritter Schwerpunkt ist die Entwicklung eines Konzepts zur Familienbildung. Und letztlich geht es um die Installierung von Elternberatung in der Kita. Die vier Arbeitsgruppen haben teilweise schon ihre Arbeit aufgenommen. Klar ist, dass die Ergebnisse für die Eltern weitgehend kostenfrei sein müssen und deshalb durch Spenden abgedeckt werden müssen.

„Unsere Quintessenz ist es, den Blick auf das Wesentliche zu lenken“, fasst die Kitaleiterin zusammen. Das Projekt läuft zunächst bis 2014. Bis dahin sollte eine Veränderung bemerkbar sein. Dann wird die Kita vielleicht zum „Familienzentrum St. Nazarius“ werden.

Quelle: op-online.de

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