Nell-Breuning-Schule bekommt Unterstützung vom Hessischen Rundfunk

Radio-Zeitalter beginnt an der Schule

+
Konzentrierte Arbeit beim Erarbeiten der Beiträge und beim Schneiden vor der ersten professionell begleiteten Schulradiosendung.

Ober-Roden - Bei den „Schulwelten 2017“ vor den Sommerferien gab es einen ersten Probelauf, jetzt wurde es ernst: Das Schulradio „Nelly FM“ strahlte seine erste professionell begleitete Sendung aus.

Das Team von „Nelly FM“ sendet auch jetzt noch vom provisorischen Studio im Technikraum des Hausmeisters aus, doch die Arbeitsgemeinschaft arbeitete drei Tage lang unter professioneller Leitung. Die Nell-Breuning-Schule war für einen einjährigen Workshop mit professioneller Begleitung durch Ariane Wick vom Hessischen Rundfunk ausgewählt worden. Ariane Wick – erfahren, sachlich und mit einem sehr guten Gespür dafür, mit interessierten 15- bis 17-Jährigen umzugehen – ist seit 20 Jahren beim HR und koordiniert neuerdings das Netzwerk Rundfunk und Schule. Sie hatte alle Bewerber besucht. Gesponsert wird die Aktion vom hessischen Kultusministerium und von HR 3.

Ariane Wick vom Hessischen Rundfunk erklärt den Schülern vor dem Weg zu den Außenaufnahmen die Funktionen des Mikrofons.

Nach der Kennenlernphase startete die Aktion letzte Woche mit drei Kompakttagen. Die Themen: Wie funktioniert Radio? Aufgabe der Moderatoren, der Redaktion, verschiedene Radioformate. Beispiele wurden vorgespielt und getestet, worauf es ankommt. Eine „Stundenuhr“ erleichtert die konzentrierte Arbeit. In der Redaktionskonferenz wurden Themen bestimmt, die Autoren der Texte festgelegt, danach die Beiträge produziert – das bedeutet Entscheidungen im Team treffen, schneiden lernen und vieles mehr.

Der Workshop wird ein Jahr lang vom HR begleitet, unter anderem an fünf Projekttagen, aber auch im ständigen Kontakt zwischen Ariane Wick und dem Projektleiter an der Schule, Lehrer Hans-Joachim Sbick. So lange steht den Schülern auch ein Radiokoffer mit vielen Hilfsmitteln zur Verfügung. Die Arbeitsgemeinschaft will zunächst alle zwei bis vier Wochen eine gut halbstündige Sendung produzieren und senden. Vielleicht geht die Begleitung nach einem Jahr weiter – so wird auch der Radio-Nachwuchs generiert.

Die Gruppe setzt sich aus 16 Acht- bis Zehntklässlern zusammen. Alexander Fuchs und Constantin Westenburger erzählen, wie sie dazu kamen: „Herr Sbick hat mal in den Klassen dafür geworben. Jetzt sind wir Neueinsteiger und das ist eigentlich echt cool.“ Sie erklären, wie ein Moderator auf dem Display erkennt, wann die Musik ausgeblendet wird und er wieder sprechen muss, und vieles mehr. „Musik zu schneiden ist wirklich sauschwer“, bescheinigt ihnen der HR-Profi.

Ramsch-Elektrogeräte überschwemmen Markt

Beim Probesprechen für die Auswahl eines Moderators macht Lucy Poth (vorne) aus dem 11. Jahrgang das Rennen.

Für die Aktionstage sind die Schüler vom Unterricht befreit: „Wenn ich mir vorstelle, dass wir morgen um 13 Uhr schon auf Sendung gehen…“ Der Druck steigt mit dem nahenden Termin. Mit einem Lesetest hat die Gruppe selber eine Moderatorin bestimmt, dazu einen technischen Leiter. Die Themen stehen, sie sind recherchiert; die Reporter strömen aus, um kurze Interviews mit Lehrern und Schülern zu machen. Das erste Thema: die in der kommenden Woche bevorstehenden Klassenfahrten, unter anderem nach Oberammergau. Aber auch ein Reizthema wird angesprochen, das derzeit in aller Munde ist: Seit den Sommerferien gibt’s die Anordnung, dass die Schüler in den Pausen die Räume verlassen müssen – das sorgt für einigen Widerspruch, ein willkommenes Thema für die erste Sendung. Doch auch hier darf der Beitrag zu guter Letzt nicht länger als 30 Sekunden sein – eine echte Herausforderung.

Am Freitag kurz vor 13 Uhr sind alle Beiträge eingespielt und geschnitten. Mit dem Glockenschlag geht’s mit Musik (die vom HR in einer langen Playlist zur Verfügung gestellt wird) und der kräftigen Stimme von Lucy Poth los. Dann wird’s erst einmal leise, weil die Lautstärke des eingespielten fertigen Beitrags nicht hochgezogen werden kann. Hektische Suche im technischen Zentrum, Hans-Joachim Sbick findet den richtigen Regler, auch die nächste Hürde ist genommen. Im Pausenflur horchen die Schüler interessiert auf. Auch vor dem Schulgebäude sind die ausgewählten Hits lautstark im Wechsel mit den erarbeiteten Texten zu hören. Die Nell-Breuning-Schule ist im Radiozeitalter angekommen. (chz)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare