FDP sorgt sich um Standort

Nell-Breuning-Schule vor ungewisser Zukunft?

Ober-Roden - Die Politik tut zu wenig für die Nell-Breuning-Schule (NBS), kritisiert die FDP und befürchtet gar das „Ende der gymnasialen Oberstufe“.

Verantwortlich ist nach Ansicht der Liberalen der Erste Stadtrat Jörg Rotter (CDU), der die Trinkbornschule beziehungsweise deren Filiale im Breidert bevorzuge. Der Sozialdezernent kontert: Genau das sei der richtige Weg zu Stärkung des Schulstandorts Rödermark.
Der neue Schulentwicklungsplan prognostiziert sinkende Schülerzahlen für die NBS. Die künftige Entwicklung verstärkt einen Trend, der der NBS, einer integrierten Gesamtschule, schon lange zu schaffen macht. „Trotz aller Vorteile ist sie bei vielen Eltern nicht die erste Wahl für ihre Kinder, was dazu führt, das aktuell rund 50 Prozent eines Jahrgangs (in Urberach 65 Prozent) eine weiterführende Schule außerhalb Rödermarks besucht“, schreibt FDP-Fraktionsvize Dr. Rüdiger Werner in einer Pressemitteilung. Das sei der kreisweit höchste Wert bei Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern.

Sinkt die Schülerzahl unter einen bestimmten Wert, könne die NBS-Oberstufe nicht mehr alle gewünschten Kurse anbieten. Das schrecke weitere Schüler ab.

Werner und der Fraktionsvorsitzende Tobias Kruger beklagen zudem, dass die NBS als eine der wenigen Schulen im Kreis in den vergangenen Jahren nicht grundsaniert wurde. In den naturwissenschaftlichen Räumen ziehe es durch Türen und Fenster - ein „eindeutiger Nachteil im Wettbewerb“. Daher habe die Stadtverordnetenversammlung am 27. Juni 2017 auf einen Antrag der FDP beschlossen, Geld aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) des Bundes (rund 28 Millionen Euro für den Kreis Offenbach, Anmerkung der Redaktion) unter anderem für die Renovierung der NBS nach Rödermark zu holen.

Diesen Beschluss und einen weiteren Beschluss zum Ausbau der Sozialarbeit an der NBS setzt Sozialdezernent Jörg Rotter nicht um, wirft Kruger dem Ersten Stadtrat einen Verstoß gegen die Hessische Gemeindeordnung vor. Rotter kümmere sich nur um den Ausbau der Betreuung an der Grundschule im Breidert. Das ist auch nach Ansicht der FDP unstrittig, aber eben nur ein Teil des Antrags vom Sommer 2017.

Abiball der Nell-Breuning-Schule in Rödermark: Bilder

Für die Verquickung von sinkenden Schülerzahlen und dem Zustand einiger NBS-Räume brauche es „viel Phantasie“, wies Rotter gestern die FDP-Kritik zurück. Bei vielen Eltern gehe der Trend hin zum reinen Gymnasium - nicht nur in Rödermark. Daher fordere die CDU ja langfristig auch ein Gymnasium in Urberach.

Die Reparatur undichter Fenster ist für Rotter eine Sache des Kreises. Der Ausbau der Grundschulbetreuung falle jedoch in die Verantwortung der Stadt. Im Breidert fehlen die nötigen Räume. Daher sei es ein Gebot der Vernunft, KIP-Mittel dafür nach Rödermark zu holen.

Rotter fordert darüber hinaus den Ausbau der Filiale zu einer echten Grundschule für vier Jahrgänge. Bislang werden im Breidert nur Erst- bis Drittklässler unterrichtet. Viertklässler müssen ihr letztes Jahr in der Trinkbornschule verbringen. (lö)

Quelle: op-online.de

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