Gymnasium derzeit ohne Chance

Rödermark (lö) - Die CDU hat erstmals eingeräumt, dass ein reines Gymnasium als Ergänzung zur Nell-Breuning-Schule (NBS) auf absehbare Zeit ohne Chance ist.

„Wir können in diesem Haus nicht den nötigen breiten Konsens finden“, räumte ihr bildungspolitischer Sprecher Ralph Hartung am Dienstagabend in der Stadtverordnetenversammlung ein. Dennoch werde die CDU das Gymnasium im Auge behalten; so wie es als Prüfungsprozess im schwarz-grünen Koalitionsvertrag steht.

„Für uns gibt es keinen Grund darüber zu diskutieren“, kanzelte Brigitte Beldermann (AL) den Partner ab und lobte die pädagogische Arbeit der NBS, von der hochbegabte Schüler ebenso profitierten wie benachteiligte Jugendliche.

Hintergrund der neuerlichen Gymnasiums-Debatte: Die SPD wollte in einem Antrag Veränderungen der Rödermärker Bildungslandschaft verhindern. Sie befürchtet, dass die CDU-Pläne auf eine Privatschule mit Monatsgebühren von 1 500 Euro hinauslaufen. „Das ist ein Rückfall in die Zeiten vor Alfons Maurer“, schimpfte der SPD-Abgeordnete Norbert Schultheis. Maurer, damals Erster Stadtrat, hatte die integrierte Gesamtschule Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre gegen viele Attacken der CDU verteidigt.

Differenzen innerhalb der Koalition

„Die AL konterkariert die CDU“, kommentierten die Freien Wähler die Differenzen innerhalb der Koalition. Statt mit Freien Wählern und FDP eine Alternative zum „bildungspolitischen Einheitsbrei“ zu schaffen, vor dem tägliche mehrere hundert Schüler flüchten, ducke sich die CDU „unter der Knute des Koalitionsvertrags“.

Sprecher von CDU und AL versicherten, dass Schwarz-Grün trotz unterschiedlicher Meinung beim Gymnasium fest zusammenstehen.

Abgestimmt wurde über den Antrag jedoch nicht. Die SPD zog ihn zurück: Die Debatte habe gezeigt, dass es keine Mehrheit für ein Gymnasium gibt. Und genau das habe sie zeigen wollen.

Quelle: op-online.de

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