Netzwerk wird weiter geknüpft

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Der neue Vorstand des Vereins Netzwerk Integration Rödermark: (von links) Schriftführerin Renée Reifenrath-Doganli, stellvertretende Revisorin Heide Bellwinkel-Hahn, das ausscheidende Vorstandsmitglied Christine Matthews, Beisitzerin Brigitte Putz-Weller, 1. Vorsitzende Katrin Jäger, Kassierer Frithjof Decker und Kassenprüfer Bernd Reuter.

Urberach (chz) ‐ Der Verein Netzwerk für Integration in Rödermark macht weiter. Während der Hauptversammlung konnte ein neuer Vorstand gewählt werden. Dies war fraglich, nachdem es im Verein einen Fall von Veruntreuung gegeben hatte.

Der Verlust von 14.800 Euro hatte die Zukunft der Gemeinschaft gefährdet. Das Votum der Mitglieder und das starke Engagement der Kirchengemeinden, Organisationen und Privatpersonen gab den Aktiven jedoch Mut, die ortsnahe Hilfeleistung für Flüchtlinge und Menschen in Not weiter zu führen. Der bisherige Vorstand wurde von der Versammlung allerdings einstimmig nicht entlastet. Er bleibt damit in der Pflicht.

Der Vorstand (bei jeweils neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung) setzt sich nun folgendermaßen zusammen: Die langjährige erste und zuletzt zweite Vorsitzende Katrin Jäger übernimmt wieder den Vorsitz; Stellvertreter wird Gründungsmitglied Klaus Büttner. Die stark strapazierte Kasse übernimmt der bisherige Vorsitzende Pfarrer Frithjof Decker; Schriftführerin wird Renée Reifenrath-Doganli. Beisitzerin bleibt Brigitte Putz-Weller. Auch die Revisoren Brigitte Klein und Bernd Reuter behalten ihr Amt. Heide Bellwinkel-Hahn vertritt sie.

„Jahrelang eingespielte Struktur“

Nach dem unrechtmäßigen Griff in die Vereinskasse hatten sich Kirchengemeinden, Organisationen und Privatpersonen in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im September zu finanzieller Hilfe bereit erklärt. So kann der Verein mit seinen derzeit 30 Mitgliedern die laufenden Kosten für Büroführung und Projekte wie etwa Hausaufgabenhilfe weiter zahlen und einen gedeckten Haushaltsplan für 2011 erstellen. Juristisch ist die Verfolgung der Veruntreuung in Gang, das strafrechtliche Ermittlungsverfahren ist eröffnet. Für das zivilrechtliche Verfahren, bei dem es um den Rückfluss des verlorenen Geldes geht, stehen dank einer privaten Spende Mittel zur Verfügung.

„Wir waren durch eine jahrelange eingespielte Struktur und durch gegenseitiges Vertrauen in unserem Verein bisher vielleicht zu blauäugig“, erläuterte Frithjof Decker die Hintergründe. Um vorzubeugen hat der Verein jetzt seine Satzung geändert. Ausgaben, egal welcher Größenordnung, können nur noch mit doppelter Unterschrift über die Bühne gehen; zudem verschafft ein klarer Haushaltsplan mit aufgeschlüsselten Einzelposten Transparenz.

Mitgliederversammlung am 31. März 2011

Vor der Neuwahl des Vorstandes reinigte eine tiefgreifende Grundsatzdiskussion viele kleine Magenverstimmungen bei den zehn anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern. Macht es Sinn, nach diesem Tiefpunkt den mitgliedsschwachen Verein am Leben zu erhalten, obwohl ein Teil seiner Aufgaben ohnehin der Kreis Offenbach und dessen Flüchtlingsberaterin Brigitte Putz-Weller erledigt? „Unser Ziel ist es, dass man uns eines Tages nicht mehr braucht, aber noch braucht Rödermark diesen Verein“, fasste Katrin Jäger ihre Erfahrungen zusammen.

Die nächste Mitgliederversammlung wurde auf den 31. März 2011 festgelegt. Ausdrücklich bedankte sich der Verein bei Christine Matthews, langjährige hauptamtliche und später ehrenamtliche Kraft, die nach nunmehr 16 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist.

Quelle: op-online.de

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