Neu: Beratung für Migranten im Schillerhaus

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Sie stehen für Integration in Rödermark (von links): Pfarrer Frithjof Decker vom Verein NIR, Makbule Firat, die „Chefin“ im Schillerhaus, sowie Christine Mathews, langjährige Mitarbeiterin der Flüchtlingshilfe Rödermark.

Urberach (chz) - Im Stadtteilzentrum „Schillerhaus“ hat nun auch das Netzwerk für Integration in Rödermark (NIR) einen festen Platz. Nicht nur an Projekten und Aktionen sind die ehrenamtlichen Helfer beteiligt.

Jetzt bieten sie auch im Beratungsraum eine Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund. Sie wendet sich in erster Linie an Bewohner des Quartiers, aber auch an alle anderen Einwanderer in Rödermark. Jeden Freitag von 10. 30 bis 12 Uhr hat Pfarrer Frithjof Decker Sprechstunde, unterstützt von Praktikantin Zillan Daoud von der FH Frankfurt, die fit in kurdischer, türkischer und griechischer Sprache ist.

Erste Zielgruppe sind Menschen, die neu nach Rödermark gekommen sind. Sie bekommen Hilfe, welche Angebote es gibt, und werden mit ihren Anliegen gegebenenfalls an den Kreis oder das Beratungszentrum Ost in Rodgau vermittelt. Diese Beratung soll in der zweiten Jahreshälfte zusätzlich schwerpunktmäßig auf Migrantenkinder ausgeweitet werden.

Das Netzwerk NIR gibt es seit 2009. Es ist die Fortführung der 1991 gegründeten Flüchtlingshilfe Rödermark, die als Asylkreis 1986 von Hanspeter Jungwirth ins Leben gerufen wurde. Zu einer Zeit, als in Deutschland über 670.000 Asylanträge gestellt wurden, fanden sich Menschen aus Kirche und Politik sowie Privatleute zusammen, um Menschen zu helfen, mit ihrer Situation im Asyl zurechtzukommen. Zu den Schwerpunkten gehörten Quartiere wie etwa das City-Hotel, der Johannishof oder das Nudelhaus. Damals gab’s im Kreis Offenbach 4 000 Asylbewerber und 121 Gemeinschaftsunterkünfte, davon 300 Betten allein in Rödermark.

Mit der Zeit änderten sich die Schwerpunkte der Arbeit. Die Menschen wurden gezielt auf ihren Aufenthalt hier im Land und in der Stadt vorbereitet. Dazu kamen juristische und menschliche Probleme rund um Abschiebung und Bleiberecht. Ab etwa 2006 erforderte die Situation eine neue Ausrichtung: Schwerpunkt wurde die Hilfe beim Zusammenleben vieler Nationen und Kulturen. 3 000 Menschen in Rödermark mit ausländischem Pass, darunter allein 100 türkische Staatsangehörige, bedeuteten Handlungsbedarf. Ein Forum wurde zur Grundlage der neuen Initiative, die Forderungen für ein gelindes dauerhaftes Zusammenleben aufstellte und damit auch Mitspracherecht bei der Erstellung des Integrationskonzepts „Wir sind alle Rödermärker“ bekam. Damit war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Flüchtlingshilfe gesetzt.

Wenn der Verein NIR in diesem Jahr 20. Geburtstag feiert und auch soeben einen der Integrationsförderpreise der Stadt erworben hat, geschieht das stets leise, aber öffentlich. Am 21. August ist NIR Mitorganisator der Veranstaltung „Mocca und Börek treffen Schoppe und Handkäs“ im Rahmen des städtischen Kultursommer-Programms „5 + 5 =1“ im Bürgertreff. Im Herbst wird es zwei Themenabende zu den Ländern Iran und Eritrea geben, zwei großen Zuzugsgebieten derzeit. Ende des Jahres wird beim Empfang für alle bisherigen Mitglieder des Vereins eine Festschrift zur 20-jährigen Vereinsgeschichte herausgegeben.

Bis dahin wird aber gemeinsam mit den Partnerorganisationen in Mühlheim und Hainburg ein neues großes Partnerschaftsprojekt auf den Weg gebracht sein, zu dem der Kreis 10.000 Euro als Basis beigesteuert hat. Es wird vorgestellt, sobald die Vorbereitungsphase beendet ist.

Quelle: op-online.de

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