Vorstellung des Projekts

Neubau des Gallusheims naht

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Pfarrer Klaus Gaebler (links) und Architekt Markus Schwieger freuen sich, dass der Spatenstich nun greifbar nahe ist.

Urberach - Die Pläne zum Neubau eines Gemeindezentrums gehen in der Kirchengemeinde St. Gallus in die Realisierungsphase. Am 7. März kam die Baugenehmigung vom Bischöflichen Ordinariat in Mainz.

Am Montag stellten neben anderen Pfarrer Klaus Gaebler, Verwaltungsratsmitglied Bardo Suderleith und Architekt Markus Schwieger (Netzwerkarchitekten Darmstadt) das Projekt vor. Spatenstich für den zweigeschossigen Bau neben der Kirche wird am 5. April, 11 Uhr sein. Dazu sind die Offiziellen, aber natürlich auch Gruppen, Vereine und die Bürger eingeladen. Der Neubau kostet 1,75 Millionen Euro. Davon trägt das Bischöfliche Ordinariat 670.000 Euro. Das Land hat 150.000 Euro Zuschuss bewilligt. Der Stadt-Zuschuss besteht aus einer Mietvorauszahlung von 100.000 Euro und einem Zuschuss von rund 81.700 Euro. Die Stadt wird im neuen Gallusheim Räume für die quartiersbezogene Jugend- und Seniorenarbeit anmieten.

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Das Bistum Mainz stellt ein unbefristetes und zinsloses Darlehen über 180.000 Euro bereit, die Gemeinde muss weitere 350.000 Euro aufnehmen. Mehr als 100.000 Euro kommen aus zugesagten oder bereits eingegangenen Spenden sowie aus Aktionen der Gemeinde. Einen nicht unerheblichen Betrag erwartet die Gemeinde aus einer Teilumnutzung des bisherigen Gallusheimgeländes an der Schömbsstraße. Ein Investor möchte auf 3000 der insgesamt 8000 Quadratmeter großen Fläche zwei Doppel- und neuen Reihenhäuser mit je zwei Stellplätzen bauen. „Die auf Erbpachtzins vergebenen Grundstücke bilden das Grundgerüst für die Rückzahlung eines aufzunehmenden Kredits“, erläutert die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Die neuen Häuser sollen speziell an junge Familien vergeben werden.

Zum barrierefreien Neubau zurück: Im Erdgeschoss finden sich ein teilbarer Saal (etwa 110 Quadratmeter groß) für bis zu 200 Gäste, die Küche und ein Gruppentraum. Ein Aufzug wird das Erdgeschoss mit den anderen Etagen verbinden. Das Gebäude öffnet sich mit einer breiten Glasfront zum vergrößerten Kirchplatz. Im Untergeschoss ist Platz für die städtische Jugendarbeit. Ein zusätzlicher Außenaufgang von der Robert-Bloch-Straße und eine separate Toilette ermöglichen eine Abtrennung vom Rest des Gebäudes. Im Obergeschoss befinden sich dann noch weitere fünf Gruppenräume von im Schnitt je 26 Quadratmeter Größe.

Insgesamt bietet der Neubau 320 Quadratmeter Nutzfläche und damit 200 weniger als das bisherige Gallusheim. Allerdings fällt der Neubau - umgerechnet auf die Zahl der Urberacher Katholiken - bereits größer aus als dies das Bistum eigentlich hätte genehmigen müssen. Eigentlich hätten der Gemeinde gemäß diesem Umrechnungsschlüssel nur 260 Quadratmeter Nutzfläche zugestanden. Da sich aber die Stadt noch einmietet, wurden die 320 Quadratmeter letztlich genehmigt. Die Fassade besteht auch aus eloxierten Metallelementen, die den Schuppen einer Schlangenhaut ähneln, erläuterte Architekt Schwieger.

Pfarrer Gaebler zeigte sich glücklich, „dass in einer Zeit, in der das Geld überall knapp ist, ein solches Haus neu gebaut wird“. Er dankte allen Beteiligten für das bisherige große Engagement. Der Neubau werde der Gemeindearbeit neue Perspektiven eröffnen. „Das soll ein Haus der Begegnung, ein Kommunikationszentrum mit einer ganz eigenen Lebendigkeit sein.“ Der Ortskern werde dadurch aufgewertet. Am besten solle das Haus den ganzen Tag über offen sein für konfessionsübergreifende Angebote. Denkbar seien auch Tanzkurse oder PC-Kurse - eben alles, „was nicht kirchenfeindlich ist“. Seit dem Jahr 2006 diskutierte die Gemeinde äußerst kontrovers darüber, wie ein neues Gemeindezentrum aussehen könnte. Das hatte viele Beteiligte vor eine Zerreißprobe gestellt.

(bp)

Quelle: op-online.de

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