Neubau als Stätte der Begegnung

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3000 vom 8000 Quadratmeter großen Gelände des Gallusheims verpachtet die Pfarrei an einen Bauträger, der dort Reihen- und Doppelhäuser errichten will.

Urberach (lö) - Noch im Mai will die St. Gallus-Gemeinde den Bauantrag für ihr neues Gemeindezentrum neben der Kirche einreichen. Die Bauarbeiten für die 1,5 Millionen Euro teure Begegnungsstätte sollen im Herbst beginnen, als Einzugstermin peilt Pfarrer Klaus Gaebler den Januar 2014 an.

Um das Geld zusammenzubekommen, will die Gemeinde einen Teil des Gallusheim-Geländes für den Wohnungsbau verpachten.

„Die Finanzierungsplanung steht soweit, und wir sind uns mit dem Bischöflichen Ordinariat (BO) Mainz einig“, berichtete Verwaltungsrat-Obmann Ralf Liebscher. Die Urberacher Katholiken müssen 200.000 Euro zur Tilgung eines Bankenkredits aus Spenden aufbringen. Das BO gewährt der Gemeinde ein zinsloses Darlehen von 180.000 Euro, die Details müssen noch geklärt werden. Das gilt auch für die Zuschüsse von Land und Stadt.

Lösungen und Alternativen

Sechs Giebel und viel Glas - so präsentiert sich das neue Gemeindezentrum vom Gallusplatz aus.

Bei einer Gemeindeversammlung informierten Pfarrer und Verwaltungsrat über den Planungsstand. Immerhin diskutieren die Urberacher Katholiken seit 2006 über Lösungen und Alternativen, wie Haus der Begegnung auszusehen hat und wo es gebaut oder wie es umgebaut werden soll. Zum Zankapfel wurde die Zukunft des Gallusheims, knapp 100 Jahre lang das Herzstück des Gemeindelebens. Die Renovierung gehörte zu den viele Ideen, die verworfen wurden.

Im Mai 2010 entschied sich eine Jury für einen Entwurf der Netzwerkarchitekten aus Darmstadt, zuvor hatte die Gemeinde mit Hilfe des BO die ehemalige Bäckerei Böffinger & Edelmann zwischen Kirche und Pfarrhaus gekauft. So könne ein nahtloser Übergang zwischen den Gebäuden die Gemeindearbeit beleben und das Bild des Ortskerns Urberach verbessern.

Variabler Saal für bis zu 200 Gäste

Im Erdgeschoss befinden sich ein variabler Saal für bis zu 200 Gäste, eine Küche, und ein Gruppenraum. Ein Aufzug verbindet die drei Etagen behindertengerecht miteinander. Das Gebäude öffnet sich mit viel Glas zum vergrößerten Kirchplatz hin.

Im Untergeschoss ist Platz für die Jugendarbeit. Ein zusätzlicher Außenaufgang von der Robert-Bloch-Straße und eine separate Toilettenanlage ermöglichen eine Abtrennung vom Rest des Gebäudes. Ins Obergeschoss kommen fünf Gruppenräume.

Die Stadt will den Keller für ihre Jugendarbeit und Räume im Erdgeschoss für Seniorenarbeit nutzen. So entfaltete sich das Gemeindezentrum zu einem Kommunikationszentrum über den Kirchturm hinaus.

Interesse eines privaten Bauträgers

Ralf Liebscher vermeldete das Interesse eines privaten Bauträgers an rund 3000 der insgesamt 8000 Quadratmeter großen Fläche an der Schömbsstraße, die auf Erbpachtbasis verpachtet wird. Der Erlös könne unter anderem für die Rückzahlung eines Kredits für das neue Gemeindezentrum genutzt werden. Der Investor plant neun Reihenhäuser und zwei Doppelhaushälften - Zielgruppe sind junge Familien. Die Pläne wurden auch schon mit dem BO Mainz abgestimmt, sagte Liebscher.

„Was lange währt wird einmal gut“, betonte Matthias Hallmann, der die gut besuchte Versammlung moderierte. Er stellte auch die weiteren Arbeiten zusammen. Unter anderem stehen die Gespräche mit den Gruppierungen über einen Nutzungsplan an und natürlich Aktionen zum Aufruf von Spenden: „Wenn etwas mehr Geld zusammenkommt, dann können wir uns vielleicht auch noch das Eine oder Andere leisten.“

Quelle: op-online.de

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