Neue Fenster sperren Wärme ein

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Die neuen Rathaus-Fenster müssen millimetergenau eingepasst werden, damit keine Energie verloren geht.

Rödermark ‐ Rund 2,45 Millionen Euro aus den Konjunkturpaketen von Bund und Land stehen Rödermark zur Verfügung. Mit dem Geld soll die Stadt ohnehin nötige Infrastrukturmaßnahmen vorziehen, um die Folgen der Wirtschaftskrise für die regionale (Bau)-Wirtschaft zu mildern. Von Michael Löw

Rödermark hat seine Konjunktur-Millionen, die letztendlich ein zinsgünstiger Kredit sind - und von den Bürger abgestottert werden müssen -, in etwa gedrittelt.

Trotz einer jährlichen Zinsbelastung von gut 78.000 Euro sei es „eine gute Entscheidung gewesen, ein geballtes Programm zu fahren“, sagte der Erste Stadtrat Alexander Sturm. Denn das Geld fließt in den Umbau von Ober-Rodens Mitte, in die Modernisierung städtischer Hallen - allein die Renovierung des Mehrzweckraums der Halle Urberach kostet mehr als 600.000 Euro - und in die Sanierung der Rathäuser.

Die Arbeiten haben hier im März begonnen und sollen Ende Mai abgeschlossen sein. Stadtrat Sturm zog gestern eine Zwischenbilanz: „Unter dem Aspekt der Wertschöpfung und nachhaltigen Bewirtschaftung der Gebäude werden der Energieverbrauch gesenkt und die Betriebskosten optimiert.“ Die Kosten für die Rathäuser bezifferte er mit rund 650.000 Euro.

Wärme- und Schallschutz sind auf neuestem Stand der Technik

In Urberach stehen Energiesparmaßnahmen bei der Erneuerung der Beleuchtung im gesamten Haus an erster Stelle. Die Umstellung von konventionellen Umschaltgeräten auf elektronische Vorschaltgeräte bedeutet laut Sturm ein Sparpotenzial von etwa 30 Prozent.

Außerdem hatte die Stadt ein Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben, dessen technische Anforderungen sie umgesetzt, weil die Handwerker ohnehin im Rathaus sind: In den Fluren wird anstelle der abgehängten Decken ein geschlossenes Deckensystem installiert, das Gebäude erhält einen Hausalarm, und die vorhandene Sicherheitsbeleuchtung wird nach den neuesten Regeln der Technik modernisiert.

Das seit Wochen eingerüstete Rathaus in Ober-Roden erhält einen energiesparenden Außenputz mit Wärmedämmverbundsystem und neue Fenster. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern entsprechen sie den aktuellen bauphysikalischen Anforderungen und haben einen wasser- und winddichten Abschluss. Auf dem neuesten Stand der Technik sind auch Wärme- und Schallschutz. Fassade und Fenster sind finanziell die dicksten Brocken im Sanierungspaket.

Treppenlift zum Standesamt

Wie in Urberach wird die alte Beleuchtung dem neuesten Stand angepasst. Auch in Ober-Roden lässt die Stadt elektronische Vorschaltgeräte installieren, die 30 Prozent weniger Strom verbrauchen. Im Bereich des Brandschutzes werden eine Hausalarmanlage installiert und die Sicherheitsbeleuchtung erneuert. Jede Etage wird zum Treppenhaus hin mit einer Brandschutztür abgesichert.

In die Jahre gekommen sind auch die Toiletten beider Rathäuser. Auch sie werden mit Mitteln des Konjunkturprogramms modernisiert. Das Rathaus in Ober-Roden erhält zudem endlich eine behindertengerechte Toilette wie das der Seniorenbeirat schon lange fordert.

Eine weitere Forderung des Beirats will Sturm im Sommer umsetzen: Dann soll ein Treppenlift das Standesamt auch für Rollstuhlfahrer erreichbar machen.

Zum Glücksspiel mit ungewissem Ausgang für die Stadtkasse kann laut Sturm die Sanierung des Daches über dem alten Teil des Ober-Röder Rathauses werden: „Wenn wir das aufmachen, wissen wir erst mal nicht, was uns erwartet.“ Zumal der 1886 gebaute Gebäudetrakt unter Denkmalschutz steht.

Ebenfalls mit Geld aus dem Konjunkturprogramm wird die Mensa der Trinkbornschule finanziert. Das 1,8 Millionen Euro teure Bauvorhaben wird allerdings vom Kreis gemanagt.

Quelle: op-online.de

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