Neue Formen der Bestattung

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Schubkarren erleichtern an beiden Friedhöfen den Transport von Graberde oder Gestecken. Mit einer Münze oder einem Chip kann man sie aus ihren Halterungen befreien.

Rödermark - Auf den Friedhöfen in Ober-Roden und Urberach hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan.

Mit neuen Bestattungsformen wie einem „Rosenhain“ und kleinen, aber wirkungsvollen Verbesserungen - hier sei der Abschiedsraum in Ober-Roden genannt -, kommt die Stadt den Wünschen Trauernder entgegen. Regina Leiherer, die Leiterin der Friedhofsverwaltung, spricht von einem „Update“.

Es begann mit der Einrichtung des Abschiedsraums, der einer der ersten in der Region war. Angehörige können Verstorbenen in Würde Lebewohl sagen und ihnen letzte Aufmerksamkeit wie Blumen, Fotos, Briefe oder anderes mitgeben.

Schadhafte Bodenplatten ausgetauscht

Mitte des Jahres – inzwischen waren in Ober-Roden noch schadhafte Bodenplatten ausgetauscht worden – richtete die Stadt auf einem ehemaligen Reihengrabfeld hinter der Trauerhalle den „Rosenhain“ ein. Hier sind sowohl Erd- als auch Urnenbeisetzungen möglich: die Erdbestattungen in Form von pflegefreien Rasengräbern mit Rosenbeeten, die Urnenbeisetzungen in Bodendecker-Pflanzbeeten. Parallel zu den Beeten verläuft ein Weg, der den „Rosenhain“ vom baumbepflanzten Urnenbereich trennt. Diese Bestattungsform soll als Alternative zu einem Friedwald oder Ruheforst dienen. Hier hat die Stadt Platz für 21 Rasengräber und 80 Urnengrabstellen geschaffen. Die Nachfrage ist groß: In nur drei Monaten verkaufte die Stadt schon zwölf dieser Urnengräber.

Das neue Bestattungsfeld soll ein einheitliches Bild abgeben. Deshalb ist die Gestaltung bis ins Detail geregelt: Die Gedenksteine müssen quaderförmig sein. Rasengräber müssen mit Rosenblättern, Urnengräber mit Efeublättern verziert werden. Einfache Rasengräber sind im Laufe des Jahres auch auf abgeräumten Gräbern überall auf dem Friedhof angelegt worden. Damit, so Regina Leiherer, will die Stadt ein Ausbluten der alten Friedhofsteile verhindern. Außerdem erhalten die Nebenräume der Trauerhalle bis Ende des Jahres einen neuen Anstrich. Auf das kommende Jahr verschoben wurden die Sanierung der Ornamentfenster an der Frontseite der Trauerhalle und der Umbau der sanitären Anlagen samt Einrichtung eines Behinderten-WCs.

Trauerhalle erhält eine neue Fassade

In Urberach erhielt die Trauerhalle eine neue Fassade sowie neue Fenster und Türen. Außerdem musste die Holzdecke wegen eines Wasserschadens saniert werden, bis Ende des Jahres werden einige Wände neu gestrichen.

Die wichtigste Änderung auf dem Urberacher Friedhof war Urnengemeinschaftsanlage für 96 Grabstätten. Im Zentrum dieser sechseckigen Anlage steht eine Gedenkskulptur.

Nach Auskunft von Regina Leiherer werden in Rödermark jedes Jahr zwischen 210 und 220 Verstorbene beigesetzt. Die Urnenbeisetzung ist mittlerweile die am weitesten verbreitete Form der Bestattung, ihr Anteil schwankt zwischen 60 und 70 Prozent. Der Friedhofsverwaltung ist wichtig, einen für die Angehörigen ansprechenden Bestattungsplatz zur Verfügung zu stellen, damit sie pietätvoll Abschied nehmen können. Die jeweilige Grabstelle ist für die Beisetzung einer Urne bestimmt. Familien können aber auch zwei Grabstellen nebeneinander erwerben.

Gemeinschaftlicher Platz zum Ablegen von Blumen

Die Urnengemeinschaftsanlage wird von der Friedhofsverwaltung angelegt und gepflegt. Ein gemeinschaftlicher Platz zum Ablegen von Blumen ist vorhanden. Für die nächsten Jahre plant die Stadt zusätzliche pflegefreie Bestattungsangebote.

Beide Friedhöfe wurden in den vergangenen Monaten erstmals mit Schubkarren-Stationen ausgestattet – jeweils sieben der Transporthilfen stehen zur Verfügung. Damit hat die Verwaltung einen lang gehegten Wunsch des Seniorenbeirats aufgegriffen. Außerdem wurden neue Plastikgießkannen angeschafft.

Quelle: op-online.de

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