Neue Kraft durch Blick in die Vergangenheit

Rodgau - (leo) Der Anteil an älteren - und auch kranken - Menschen in der Bevölkerung wächst stetig. Dementsprechend muss auch das Angebot für diese Personengruppe in allen Bereichen erweitert und ausgebaut werden. Ein Beispiel ist die Demenz-Gruppe „Rosengarten“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Sie ist eine Initiative des AWO-Ortsvereins Rodgau, die in Kooperation mit der AWO Obertshausen entstand. Das Projekt dient der Betreuung Demenzkranker in kleinen Gruppen sowie der Beratung und Unterstützung der pflegenden Angehörigen.

Um die spezifischen Bedürfnisse, Erfordernisse und Verhaltensweisen Demenzkranker zu berücksichtigen, gilt es, ihnen eine Lebenswelt zu schaffen, die Defizite kompensiert und Lebensqualität ermöglicht. Mit Hilfe der so genannten Biographiearbeit, dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit, gelingt es, demenziell erkrankte Menschen in den vielen Facetten ihres bisherigen Lebens, das im Denken eines Menschen mit Demenz oftmals starke Aktualität besitzt, zu sehen und zu verstehen. Biographisches Wissen erschließt Kenntnisse über individuelle Alltagsgewohnheiten, Kommunikationsverhalten und Tätigkeiten, die wiederum Hinweise auf Aktivierungsmöglichkeiten oder Beschäftigungsangebote liefern können.

Biographisches Arbeiten mit Menschen im hohen Alter besteht nach Ansicht der AWO darin, sich ihnen anzunehmen, ihnen zuzuhören, für sie bei ihrem Rückblick auf den manchmal schweren Lebensweg da zu sein und Interesse an ihrer Person und ihren Erfahrungen zu zeigen. Außerdem können Menschen im hohen Alter mit schönen Erfahrungen und Erlebnissen wieder neue Kraft und Lebensfreude gewinnen.

In der Betreuungsgruppe „Rosengarten“ legen die ehrenamtlichen Helfer und die Fachkraft viel Wert auf das biographische Arbeiten mit den demenziell erkrankten Menschen. Der Kontakt zu den Betroffenen geschieht durch intensive Gespräche, Musik und das Betrachten von Fotoalben.

Im „Rosengarten“ werden Demenzkranke jeden Freitag von 9 bis 13 Uhr im Sozialzentrum am Puiseauxplatz von ehrenamtlichen Helferinnen begleitet und betreut. Ein gemeinsames Mittagessen ist auf Wunsch möglich. Nach Anmeldung kann der Fahrdienst der AWO in Anspruch genommen werden.

Zur Finanzierung dient Geld aus der Pflegeversicherung. Durch das seit Juli 2008 geltende Pflegeweiterentwicklungsgesetz wurde die zusätzliche Sachleistung für Menschen mit Demenz auf bis zu 2  400 Euro pro Jahr angehoben. Nähere Informationen zur Betreuungsgruppe gibt Diplom-Pflegewirtin Ursula Faber unter 06106 876159.

Quelle: op-online.de

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