Neue Seifenkiste siegt auf Anhieb

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Die nagelneue Seifenkiste der Jugendfeuerwehr Urberach wird hier an den Start geschoben – am Ende brachte sie der Mannschaft den Sieg.

Urberach (chz) - Das 22. Seifenkistenrennen der Jugendfeuerwehren aus Rödermark und dem Kreis: Noch war der Mannschaftsname „Jugendfeuerwehr Urberach“ einfach aufgeklebt, doch ansonsten war der neue Flitzer der Hausherren schon perfekt.

In rund hundert Arbeitsstunden während zwei Monaten von Sven Jovic, Christian Rist, Kevin Kolwazik und Dennis Zischka gebaut, bekam er am Samstag seine Jungfernfahrt. Probeläufe waren nicht mehr möglich gewesen.

Bilder des Seifenkistenrennens der Jugendfeuerwehren 

Seifenkistenrennen der Jugendfeuerwehren

Die Urberacher Wagnerstraße stand am Samstag ganz im Zeichen des alljährlichen spektakulären Seifenkistenrennens der Jugendfeuerwehren des Kreises. Schon die Vorbereitungen für die 270 Meter lange Strecke sind weit umfangreicher, als es aussieht: 20 Halteverbotsschilder, zehn Sperrschranken, 70 Heuballen ordentlich in blaue Plastiktüten verpackt, damit das abschließende Kehren und Aufräumen einfacher wird. „Wir wollten zwar gerne rote und weiße Tüten, aber die gab’s leider nicht beim Bauhof“, bedauerte Christoph Prenzel, Leiter der Jugendfeuerwehr. „Wir haben am Mittwoch angefangen, gleich nachdem die Materialien von unserem ersten eigenen Stand bei der Orwischer Kerb wieder aufgeräumt waren. Das war etwas viel auf einmal in dieser Woche.“

Vor den Sieg hatten die Götter den Schweiß gesetzt, zumindest beim Schieben der Kisten an den Start zu schieben – vor allem an einem rund 30 Grad heißen und schwülen Spätsommertag.

Ein erster kleiner Ausrutscher während der Trainingsfahrten landete im Zaun der evangelischen Petrusgemeinde – der Fahrer blieb unverletzt, nur die Seifenkiste und der Zaun wurden in Mitleidenschaft gezogen. Größere Auswirkungen hatte ein Wegrutschen im Rennen – ein Kind am Straßenrand musste sich in ärztliche Behandlung begeben.

Die Urberacher waren zwar prima Gastgeber, doch sie machten ihrer eigenen Wehr alle Ehre: Als schnellster Fahrer wurde Sebastian Gawliczek aus Urberach vom stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart Carsten Gerhold und der Rödermärker Bundestagsabgeordneten Patricia Lips geehrt. Mit seiner 25,8-Sekunden-Fahrt legte er auch den Grundstein für den Urberacher Gesamtsieg.

Den Fairnesspokal bekam die Mannschaft aus Ober-Roden, die ihre zweite Mannschaft freiwillig aufgelöst und verteilt und damit anderen Mannschaften zur vollen Stärke verholfen hatte – der zweite Pokal neben der Vizemeisterschaft an diesem Samstag.

Mädchen am Steuer

Dritte auf dem Strohballen-Podest wurde die Jugendfeuerwehr aus Offenthal, eng gefolgt von Dietzenbach I und II, Rodgau Mitte, Offenbach II, Rodgau Mitte II und Offenbach I.

Was vor wenigen Jahren noch eine Seltenheit war, gehört inzwischen längst zum normalen Bild: Mädchen am Steuer, mit wehenden langen Haaren aus dem Helm heraus und mit derselben Selbstverständlichkeit am Start wie die Jungen.

Parallel zum Seifenkistenrennen nutzten die Jugendfeuerwehren das Treffen auch zur Abnahme der „Jugendflamme“, einem vor vier Jahren eingeführten Leistungsabzeichen, das alle Jugendlichen erfolgreich abschlossen. In mehreren Stationen galt es, feuerwehrtechnisches Wissen, Knotenkunde und Sportlichkeit zu beweisen. Elf Jugendliche aus vier Jugendfeuerwehren erwarben die Jugendflamme II, sechs Mitglieder aus zwei Wehren die Stufe III, das höchste Jugendabzeichen, das auch die „Leistungsspange“ voraussetzt und zudem einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs erfordert.

Quelle: op-online.de

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