Neue Schilder erleichtern Weg in Industriegebiete

Auf Augenhöhe mit Lkw-Fahrern

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Einer schraubt, vier passen auf: Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert, die Ordnungspolizisten Klaus-Dieter Preuß und Jürgen Frühwacht sowie Bürgermeister Roland Kern (von links) assistieren Sascha Merkel bei der Montage der Schildertafel. Die neue Wegweisung ist bisher nur für die Industriegebiete gedacht. Der Gewerbeverein kann sich durchaus auch vorstellen, dass ähnliche Schilder auf Geschäfte, Handwerker oder Freiberufler in den Nebenstraßen der Wohngebiete hinweisen.

Urberach - Neue Hinweisschilder in zwei Metern Höhe sollen Brummi-Fahrern den Weg in die Industriegebiete weisen. Der Prototyp wurde an der Hallenbad-Kreuzung in Urberach aufgestellt.

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Zugleich beklagt der Gewerbeverein, dass die Stadt bei der Genehmigung von Werbetafeln oder -plakaten zweierlei Maß anlege.  Die Stadt will mit der einheitlichen Beschilderung alle Zufahrten in die Industrie- und Gewerbegebiete sicherer und übersichtlicher machen, erklärte Bürgermeister Roland Kern. Allein am Rödermarkring werden fünf dieser großen Schildermasten aufgestellt, bei Bedarf folgen kleinere an den Einmündungen der Seitenstraßen. Lkw-Fahrer sehen auf einen Blick, wo die gesuchte Firma ist.

Besonders heikel ist die Situation an der Einmündung der Messenhäuser in die Rodaustraße. Nach dem Abbiegen wissen Lkw-Fahrer dann nicht mehr weiter und kurven mit 40-Tonnern durch Wohnstraßen. Diesen sinnlosen Suchverkehr gibt’s nämlich auch im Zeitalter von Navigationsgeräten und Wegweiser-Apps noch mehr als genug.

Schilderwald wird gerodet und aufgeforstet

Viele alte Schilder sind nur einen guten Meter hoch und versperren Pkw-Fahrern die Sicht auf die Kreuzung. Das ist, so Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert, mindestens eine Ordnungswidrigkeit, im schlimmsten Fall ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Der Bußgeldkatalog beginnt bei 250 Euro und endet bei 10.000 Euro, erläutert sein Stellvertreter Stephan Brockmann. Gefährliche Schilder sollen ebenso verschwinden wie die Hinweise auf längst nicht mehr existierende Unternehmen. Die Stadt will dabei aber nicht in Hektik verfallen, sondern lässt den Firmen mit dem Abbau ein halbes Jahr Zeit.

Partner ist die Firma Merkel Werbegrafik aus Eppertshausen, die den Schilderwald in Mühlheim und Dieburg schon mit ähnlichen Maßnahmen durchforstet hat. Der Vorstand des Gewerbevereins klagt derweil über Werbewildwuchs auswärtiger Unternehmen oder Veranstalter einerseits und angeblich kleinlicher Behandlung Einheimischer andererseits. Vorstandsmitglied Thomas Rosenblatt hatte zum Beispiel einen Antrag gestellt, vorm Ober-Röder Adventsmarkt 30 Schilder im Format DIN A 1 aufzustellen. Da schaue das Ordnungsamt ganz genau hin; wenn ein Zirkus auf Teufel komm raus plakatiert, geschehe nichts.

„Hauptstadt der Werbung“

Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein hat Rödermark deshalb schon zur heimlichen „Hauptstadt der Werbung“ gekürt: „Ich will nicht, dass alle ihre Banner abreißen. Aber die Stadt muss Wildwuchs beseitigen, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden.“ Ordnungsamtsleiter Pauschert weist diesen Pauschalvorwurf zurück. Auch Zirkusse müssen ihre Plakate beantragen, sobald sie ihr Gastspiel in Rödermark anmelden. Wenn sie sich nicht an die Auflagen halten, komme die Ordnungspolizei mit der Zange und knipse ab, was zu viel, zu groß oder falsch platziert ist.

„Wir scheuen uns auch nicht davor, ungenehmigte Werbung komplett abzubauen“, versichert Pauschert. Das habe der Veranstalter einer Sexmesse in Darmstadt erfahren müssen, der Dutzende von Plakaten mit knapp bekleideten Models im Bauhof abholen durfte. Was nicht heißen soll, dass die Ordnungspolizei prüde ist: Sie hat einfach die Satzung umgesetzt, die auswärtigen Veranstaltern das Plakatieren in Rödermark verbietet.

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Quelle: op-online.de

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