Neue Wasserleitungen: 630 Meter in der Goethestraße 

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Flexibler Eisenguss ersetzt starren Zement: In der Goethestraße werden die Rohre ausgetauscht, damit unser Lebensmittel Nummer eins immer in Topqualität aus dem Hahn fließt.

Waldacker (lö) - 230.000 Liter Trinkwasser zapfen die Waldackerer täglich aus Hauptleitung in Goethestraße. Die lässt das Gruppenwasserwerk Dieburg auf einer Länge von 630 Metern austauschen, weil die Ende der fünfziger Jahre verlegten Rohre unter Altersschwäche leiden.

„In der Goethestraße hatten wir voriges Jahr vier Rohrbrüche in der Hauptleitung und sechs bei Hausanschlüssen. Und 2012 brachen bisher die Rohre von drei Hausanschlüssen“, begründet Bernd Suderleith vom Wasserzweckverband (ZVG) die am Montag begonnen Arbeiten, die einige Anwohner gern in den Spätsommer verschoben hätten. Denn dann ist die B 459, die derzeit von Grund auf saniert wird, wieder frei befahrbar.

Das Wasserwerk ersetzt die in die Jahre gekommene Leitung aus Faserzement durch eine aus Eisenguss. Dem wird Magnesium beigemischt, das die Rohre elastischer und damit widerstandsfähiger gegen Erdbewegungen macht. Markus Schimpf, beim ZVG ebenfalls für die Instandhaltung des Netzes zuständig, beschreibt die Folgen einer Störung: „Wenn so ein altes Rohr bricht, bricht es ganz durch. Dann laufen pro Stunde 130.000 Liter Wasser aus.“ Diese Menge - mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Tagesverbrauch in Waldacker - unterspült die Straße, quadratmetergroße Einbrüche sind die Folge.

Versorgungssicherheit kostet 280.000 Euro

Gut 280.000 Euro investiert der Zweckverband in die Versorgungssicherheit. Erneuert werden nicht nur die Hauptleitung, sondern auch 44 Hausanschlüsse - das sind knapp 80 Prozent aller Anschlüsse auf dem Abschnitt zwischen Jägerstraße und Buchrain. Bereits im vorigen Jahr hatte der Zweckverband 245 Meter Leitung und 30 Hausanschlüsse nördlich der Jägerstraße erneuert. Kostenpunkt: 143.000 Euro.

Der neue Hausanschluss kostet die Bürger kein zusätzliches Geld. „Das ist durch die Gebühren gedeckt“, sagt Bernd Suderleith.

Polier Peter Trepesch von der Firma Diringer & Scheidel und seine Männer arbeiten in offener Bauweise. Sie haben die Goethestraße zunächst auf mehr als 600 Metern aufgebaggert und verlegen die zehn Zentimeter dicken Kunststoffrohre frostsicher in 1,20 Metern Tiefe. Abends wird der Graben provisorisch mit Schotter gefüllt, damit die Anwohner der Goethestraße auf ihre Grundstücke fahren können. „Wir versuchen"s so zu machen, dass der Kunde wenig merkt“, erläutert Trepesch den Spagat zwischen effektivem Arbeiten und Ärger-Vermeidung.

Man merkt nichts vom Leitungstausch

Wer in diesen Tagen den Hahn aufdreht, merkt nichts vom Leitungstausch. Nur wenn die Anschlüsse der einzelnen Grundstücke erneuert werden, klemmt der Bautrupp die Leitung für ein paar Stunden ab.

Bis es soweit ist, hat die neue Hauptleitung eine Druckprobe mit 5,5 bar überstanden, wurde desinfiziert und mit Trinkwasser gründlich gespült. Eine bakteriologische Untersuchung im Labor des ZVG garantiert, dass Deutschlands Lebensmittel Nummer eins immer in einwandfreier Qualität fließt.

Der Leitungstausch soll bis 29. Juni erledigt sein. Bernd Suderleith: „Dann müssen wir auch weg sein, denn mit Beginn der Sommerferien wird die Goethestraße zur Umleitung für die Ortsdurchfahrt.“ Im Juli sehnt sich vielleicht noch mancher Hausbesitzer oder Mieter an die vergleichsweise ruhige Zeit gelegentlichen Baggergebrumms zurück.

Quelle: op-online.de

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