Neuer Glanz in altem Fachwerk

+
Gebetshocker, bunte Glasfenster und viele Kerzen geben dem Taizé-Raum eine ganz besondere Atmosphäre.

Ober-Roden (chz) ‐ Das frühere Schwesternhaus der St. Nazarius-Gemeinde, das eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich hat und zuletzt leer stand, wird wieder genutzt. Unter anderem beherbergt es seit kurzem den Eine-Welt-Laden.

In dem Fachwerkhäuschen betrieben schon die Schwestern der Heiligen Vorsehung die „Kinderschule“, und viele ältere Ober-Röder erinnern sich noch daran, dass sie Holz oder Kohlen mitbringen mussten, wenn sie dort ihren Kommunion- oder Firmunterricht empfingen. Pfarrer Heitkämper wohnte hier nach seiner Pensionierung.

Nach einer Sanierung zog die Familie Jürgensen ein und versah Hausmeistertätigkeiten rund ums Pfarrheim, bis mehrere Jahre nach dem Tod ihres Mannes Frau Jürgensen die steile Treppe in dem alten Gemäuer nicht mehr erklimmen konnte. Die Gebrechlichkeit der alten Dame war eine glückliche Fügung für eine Ober-Röder Familie. Die hatte bei einem Brand im Herbst 2007 ihre Wohnung und fast all ihre Habe verloren und brauchte ein halbes Jahr lang eine Notunterkunft.

Rund 30.000 Euro für Renovierung

Die ursprüngliche Idee, das alte Schwesternhaus zu einem kleinen Geschichtsmuseum umzugestalten, zerplatzte an den hohen Anforderungen für die Statik. Die Folge war eine schrittweise Grundsanierung - notwendig geworden auch durch einen Wasserschaden im Winter. Das Dach wurde neu eingedeckt, die Gasheizung erneuert, die Wasserleitungen überholt und die gesamte Elektrik erneuert. Die Renovierung schlug mit rund 30.000 Euro zu Buche.

Seit kurzem laden sonntags ein fröhliches buntes Schild mit der Aufschrift „Eine-Welt-Laden“ und der dezente Klang von Taizé-Liedern aus dem Inneren des alten Häuschens zum Besuch ein.

Dauerflohmarkt und Teeküche

Nach der früheren, wenig publikumswirksamen Heimat des Ladens erst im Keller des Pfarrer-Weyl-Hauses und später im Pfarrbüro gibt’s nun fair gehandelte Waren aus aller Welt in der kuscheligen Umgebung zwischen ansprechendem Kamin, altehrwürdigen Büfetts und niedrigen Balkendecken. Und nun auch mit häufigeren Öffnungszeiten: Nach jedem Gottesdienst, auch den Abendandachten, hat der Laden für eine halbe Stunde mindestens offen. Dafür sorgt ein Team von acht Jugendlichen, überwiegend Ministrantinnen und Ministranten, die gemeinsam mit Pfarrer Elmar Jung bei der GEPA und bei geeigneten Handelsketten einkaufen, vorbereiten, verkaufen und sich demnächst auch noch für dem Erlös ein eigenes Hilfsprojekt in Indien aussuchen werden. Neben den gewohnten Waren wie Kaffee, Tee, Honig oder Korbwaren locken auch Saisonprodukt. An Ostern zum Beispiel auch Schokoladenlämmer, Osterkerzen oder Bilder- und Malbücher rund ums Ei. Natürlich gibt’s hier auch weiter die ökologisch unbedenklichen Energiesparlampen.

Eine Teeküche und eine Toilette haben im alten Schwesternhaus ebenso Platz gefunden wie ein „Dauerflohmarkt“ im Nachbarraum – dessen Umsätze kommen der Kirchensanierung zugute.

Im ersten Stock lädt ein Taizé-Gebetsraum zum Verweilen ein, dessen schlichte, aber beruhigende Ausstattung und Farbgebung sich ebenso wie die zahlreichen Meditationshocker und die Untermalung durch Taizé-Gesänge im Hintergrund beruhigend auf den Besucher auswirken.

Neben einem Probenraum für die Kirchenband lohnt sich der Besuch im ersten Stock aber auch für den Spielraum – hier steht der Kickertisch, den sich die Messdiener zu Weihnachten gewünscht hatten.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare