„Neuer Markt“ unterm schwebenden Zelt

Ober-Roden (lö) ‐ Verschönerung der Frankfurter Straße, 30 Jahre Stadtrechte, 30 Jahre Fachhandel und Handwerk Ober-Roden (FHO): In den Augen von Gewerbeverein und Bürgermeister Roland Kern gibt es mehrere gute Gründe, den Markttag 2010 zu einem Ereignis zu machen, das weit über Rödermark hinaus strahlt.

Die Veranstaltung heißt „Neuer Markt Ober-Roden - midde enoi“ und soll den sanierten Teil der Ortsmitte vom 24. bis zum 27. Juni zu einer großen Bühne machen.

Statt der üblichen 8000 bis 9000 Markttagsbesucher erwartet der Vorsitzende des Gewerbevereins Manfred Rädlein, stolze 30.000 Neugierige, die von einer bunten Mischung aus Kommerz, Kultur, Kindern, Kunst und Kulinarischem angelockt werden.

FHO-Sprecher Karlheinz Hitzel, Thomas Mörsdorf von der Stabsstelle Stadtentwicklung, Rädlein und Kern erläuterten gestern Einzelheiten des Konzepts. Herzstück des Geschehens ist der Marktplatz, der nach dem Anfang März beginnenden Umbau zu einem echten Platz wird. Ihn wollen die Organisatoren mit einem schwebenden Zelt von 24 Metern Durchmesser überspannen. Das schaffe Atmosphäre und schütze vor sommerlichen Wetterkapriolen.

Das klassische Markttagsprogramm wird wieder um die Ess-Meile „eat and meet“ sowie die Übertragungen der WM-Achtelfinals, Ebbelwoi-Abend, Straßenmusik und -theater, Afterworkparty, Extra-Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren und vieles mehr ergänzt.

Der „Neue Markt“ will Plattform für Einzelhändler, größere Firmen, Vereine, Verbände, Kirchen und Kommune sein. Rädlein: „Wir wollen eine Veranstaltung bieten, in der sich die Vielfalt der Stadt spiegelt und die Menschen in der Region auf die Vorzüge unserer kulturellen, sportlichen, kirchlichen und gewerblichen Einrichtungen aufmerksam gemacht werden sollen.“

Rädlein bezifferte das Budget auf Nachfrage mit 60.000 Euro und ist optimistisch, den neuen Markttag „ohne größere Defizite“ über die Bühne zu bringen. Eine viertägige Großveranstaltung mit besagten 30.000 Besuchern sei für potenzielle Großsponsoren wie Sparkasse oder Volksbank weit attraktiver als mehrere kleine.

Bürgermeister Kern will zudem den Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ anzapfen. Dann winken dem „Neuen Markt“ im günstigsten Fall Preisgelder zwischen 3.000 und 15.000 Euro.

Furcht vor Defizit

Den städtischen Gremien fehlt noch fast jede Information über das Gemeinschaftsprojekt mit dem Gewerbeverein, kritisierte der Erste Stadtrat Alexander Sturm. Lediglich den Magistrat habe Bürgermeister Roland Kern in seiner jüngsten Sitzung kurz in Kenntnis gesetzt.

Sturm befürchtet, dass die Stadt am Ende auf etlichen tausend Euro Miesen sitzen bleibt und erinnerte an die Kosten für das Rödermark-Festival: Für das Stadtfest im Sommer 2007 sei anfangs auch nur ein Programmkostenanteil von 7000 Euro bewilligt worden. Daraus seien zunächst 40.000 Euro Defizit geworden, und mit den Überstunden von Bauhof und Ordnungsamt habe das Festival trotz gutem Besuch die öffentliche Kasse mit einem sechsstelligen Betrag belastet.

Quelle: op-online.de

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