„Neues Gefühl der Rücksichtnahme“

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Die Fotomontage des Planungsbüros zeigt, wie zwei Bäume zum Tor des Ortskerns werden könnten.

Ober-Roden - (lö) Pflaster oder Asphalt? Wie kommen Autofahrer und Radler auf einer viel schmaleren Fahrbahn miteinander aus? Braucht Ober-Rodens Mitte Zebrastreifen und Fußgängerampel? Reichen die Parkplätze? Kann die Kerb gefeiert werden wie gewohnt?

Das Konzept, das Reiner Lenz von der Planungsgruppe Darmstadt zur Neugestaltung der Frankfurter Straße vorstellte, rief während der Bürgerversammlung viele Fragen und Anregungen auf den Plan. Doch trotz einiger Kritik scheinen sich die Ober-Röder mit dem Umbau abgefunden zu haben. Laut Lenz soll er innerhalb von drei Monaten über die Bühne gehen und höchstens 750 000 Euro kosten. Da er aus dem Konjunkturpaket finanziert wird, kostet er die Stadt zunächst kein Geld, beruhigte Kämmerer Alexander Sturm Karlheinz Weber. Der hatte als einziger angesichts eines Haushaltslochs von über neun Millionen Euro das Projekt insgesamt leise in Frage gestellt.

Christoph Müller und Dr. Rüdiger Werner hatten die Frage nach Fußgängerampel und Zebrastreifen aufgeworfen, die Lenz‘ Entwurf zunächst nicht vorsah. Seiner Ansicht nach sind sie überflüssig, weil die schmalere Straße Autos langsamer macht. Bürgermeister Roland Kern erwartet zwar auch ein „neues Verkehrsgefühl gegenseitiger Rücksichtnahme“, will die Querungshilfen aber nochmals überdenken.

Auf dem Marktplatz wollen die Experten vier Erlen fällen und die Schulstraße minimal nach Süden rücken, damit er sich besser für Veranstaltungen eignet.

Mehrere Teilnehmer der eher spärlich besuchten Veranstaltung warnten davor, das Nebeneinander unterschiedlich starker Verkehrsteilnehmer - fahrender wie parkender - auf die leichte Schulter zu nehmen. Die einen befürchteten, dass Radler abgedrängt werden. Die anderen forderten, dass der Umbau Autofahrern „den Ortskern nicht vermiesen darf“. Sonst würden sie ihre Besorgungen in Dietzenbach erledigen und so jeden Impuls, den sich der Ober-Röder Einzelhandel von der Aufwertung erhofft, zunichte machen.

Der Belag von Fahrbahn, Bürgersteig und Plätzen war Gegenstand der meisten Fragen. Pflaster könne Gehwege für Rollstuhlfahrer und Rollatorbenutzer zum Hindernisparcours machen, sorgte sich ein älterer Herr. Andere Teilnehmer erinnerten sich an Urberacher Negativbeispiele und sahen die Frankfurter Straße schon zur „Klappergass“ werden. Lenz warb nachdrücklich für Pflaster: Betonsteine seien nicht wesentlich teurer als Asphalt. Mit rechtwinkligen Kanten würden sie bei Autos kaum Abrollgeräusche verursachen, gebrochene Kanten vermittelten nostalgisches Flair ohne Gehbehinderte unnötig einzuschränken.

Quelle: op-online.de

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