Neues Leben hinter Graffiti-Schmierereien

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Die ehemalige Perlite-Fabrik in Urberach soll nach den Vorstellungen der Koalition weiter gewerblich genutzt werden, obwohl der Regionale Flächennutzungsplan dort Gärten vorsieht.

Rödermark - Die Stadt erwacht nach und nach aus einem Dornröschenschlaf. Investoren treiben ihre Planungen für das Galvanikwerk Hitzel & Beck, die Flächen westlich des Ober-Röder Bahnhofs oder das Gallusheim voran.

Unter dem Stichwort Innen-Entwicklung will die CDU/AL-Koalition jetzt die Gegend um die Ruine des „Paramount Park“ und das Perlite-Werk in Urberach wiederbeleben. Die Anträge dazu sollen am Dienstag, 1.  April, ab 19. 30 Uhr im Stadtparlament diskutiert werden.

„Eine abgebrannte Disco als Entrée für Ober-Roden ist völlig inakzeptabel“, sprechen die Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert (CDU) und Stefan Gerl (AL) den meisten Einwohnern des Stadtteils aus der Seele. Auch die Shisha-Bar im vorderen Teil des Ex-Tanztempels will Schwarz-Grün nicht länger dulden.

Die Brache an der Kapellenstraße soll Gewerbefläche werden. Und zwar mit einer Nutzung, die in die Nachbarschaft der Nell-Breuning-Schule passt. Nach Jahren des Stillstands soll ein privater Entwicklungsträger neuen Schwung bringen. Die Koalition schlägt die Hessische Landgesellschaft vor, die auch mit den Grundstücksbesitzern rund um den Festplatz Ober-Roden über eine Aufwertung des Areals verhandelt.

Eine Brücke für den Eigentümer

Realität und planerische Vorgaben klaffen auch am Perlite-Werk hinterm Badehaus weit auseinander. Isolierstoffe werden schon lange nicht mehr produziert, momentan ist dort ein Containerdienst ansässig. Der hat nach Ansicht der Koalition dort nichts verloren, der Regionale Flächennutzungsplan sieht Grünflächen oder Gärten vor. „Diese Nutzung scheitert an eigentumsrechtlichen und wirtschaftlichen Erwägung“, räumt der Vorsitzende der AL-Fraktion, Stefan Gerl, ein. Allein könne die Stadt diesen Knoten nicht zerschlagen.

Den Parkplatz des „Paramount Park“ hat sich die Natur schon zurückerobert. Doch was ist dem Rest der Kapellenstraße?

Die Koalition will dem Eigentümer eine Brücke bauen. Die Industriebrache soll revitalisiert werden - am liebsten so, dass sich ihre Nutzung mit der Berufsakademie Rhein-Main direkt nebenan ergänzt. Gleichzeitig fordern CDU und AL eine ökologische Aufwertung des gesamten Areals zwischen Perlite, Badehaus und Rodau, wo der Eigentümer weitere Grundstücke besitze. Stefan Gerl: „Das ist ein politischer Preis, und wir denken, er ist nicht zu hoch.“

Ein sicherer Bahnübergang für Fußgänger und Radler zwischen den Urberacher Kleingärten und der Kurt-Schumacher-Straße, ein durchgehender Radweg zur L 3097 und die Aufwertung der Straße Am Schwimmbad zur Allee sind weitere Teile eines Gesamtpakets, das CDU und AL am Dienstagabend zur Diskussion stellen. Auf der grünen Wiese könne jeder planen, sagen Gensert und Gerl. Die Koalition setze hingegen konsequent auf die Innen-Entwicklung, weil sie keine Landschaft verbrauche.

Quelle: op-online.de

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