Weg für Aufwertung der Odenwaldstraße frei

Neues Wohnviertel mit Bahnanschluss

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Wo parken S-Bahn-Kunden, wenn das Hitzel & Beck-Gelände bebaut und das Nachbargrundstück mitgenutzt wird? Die Stadt sucht mit dem RMV nach Lösungen.

Ober-Roden - Ein Investor aus Babenhausen macht die Industrie-Altlast Hitzel & Beck und ein Nachbargrundstück - insgesamt mehr als 13 600 Quadratmeter - zu einem Wohnviertel des gehobenen Standards.

Die Stadtverordnetenversammlung gab am Dienstabend grünes Licht für das Projekt, lediglich die FDP stimmte dagegen. Sie befürchtet ein Parkchaos in der Odenwaldstraße. „Das ist ein Big Point in der Stadtentwicklung“, sagte Bürgermeister Roland Kern zu Beginn der Debatte um den Bebauungsplan „Westlich des Bahnhofs Ober-Roden“ und begründete, warum die Pläne des Projektentwicklers Früchtenicht der große Wurf sind: „Das ist eine Optimierung, wie man sie vor Jahren so nicht erwarten konnte.“ Die Stadt trage mit dem Verkauf des 4 600 Quadratmeter großen Grundstücks Odenwaldstraße 40 zum Gelingen bei. Die Einnahmen von mindestens 1,15 Millionen Euro will Kern zum Schuldenabbau verwenden. Die Sanierung von „Rödermarks schlimmster Altlast“ ist für Magistrat, Verwaltung und die überwiegende Mehrheit im Parlament der größte Vorteil. Das Gelände des 2000 in Konkurs gegangenen Galvanikwerks, Boden und Grundwasser waren beziehungsweise sind mit giftigen Resten aus der Metallveredlung verschmutzt.

Das Regierungspräsidium hatte im Mai 2001 die Reißleine gezogen und seither mehrere hundert Tonnen Zyanide, Lösungsmittel, Schlämme und PCB-belastete Transformatoren abtransportiert. Das kostete den Steuerzahler bislang rund zwei Millionen Euro. Stefan Gerl, der Fraktionsvorsitzende der Anderen Liste, sprach denn auch unverblümt von einer „Umweltsauerei“, die das Grundwasser bis nach Rollwald noch lange belastet. Sprecher aller Fraktionen lobten die Aufwertung der Odenwaldstraße und des Bahnhofsumfeldes. Die Früchtenicht GmbH will etwa 150 Eigentumswohnungen, eine Tiefgarage für 300 Autos und Geschäfte wie Backshops bauen. An der Odenwaldstraße entstehen nach den bisherigen Planungen zweigeschossige Häuser, an der Bahnlinie bilden Häuser mit vier Stockwerken eine Art Schallschutzwand. Ein 10 bis 15 Meter breiter Weg mit viel Grün sichert die Verbindung zwischen Odenwaldstraße und Bahnhof.

Provisorischer Parkplatz bis 2015

Die FDP stand mit ihren Sorgen um die Parkplätze allein. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Rüdiger Werner kritisierte zum einen den Verlust der 80 Pendler-Parkplätze auf dem bislang städtischen Grundstück und befürchtet, dass die Tiefgaragenplätze nicht für alle Bewohner und Besucher reichen. Die Stadt hätte seiner Ansicht nach nur einen Teil ihres Grundstücks verkaufen dürfen. „Der Investor hält unsere Stellplatzsatzung ein“, entgegnete Bürgermeister Kern. Außerdem würden die Wohnungen in S-Bahn-Nähe „viele Zweitwagen überflüssig machen“.

Den Pendlern sei von Anfang bewusst gewesen, dass der provisorische Parkplatz nur solange geduldet wird, bis das Grundstück bebaut wird. Das sei nicht vor 2015 der Fall. Bis dahin will die Stadt - über den Umweg Kreisverkehrsgesellschaft - mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund über eine Verschiebung der Tarifgrenzen verhandeln. Unzählige Autos mit DI- und DA-Nummernschild parkten nur deshalb in Ober-Roden, weil das S-Bahn-Ticket hier deutlich billiger sei als zum Beispiel in Eppertshausen oder Dieburg. Der RMV, so Kern, müsse seinen Kunden aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg beim Preis entgegenkommen.

Fotostrecke: Frühlingsmarkt in Ober-Roden

Frühlingsmarkt in Rödermark

Quelle: op-online.de

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