Neustart im Beruf und in der Politik

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Hans Gensert ist durchaus mal flott unterwegs: rund um Urberach auf seiner Harley Davidson, in den Alpen auf einem Paar Carving-Ski.

Urberach - Hans Gensert weiß, was es heißt neu anzufangen - politisch wie beruflich. 2000 kehrte er, immerhin Partei-Vize, der CDU den Rücken. Aus Verärgerung, dass Alexander Sturm und nicht er Erster Stadtrat wurde, kolportierten maßgebliche Christdemokraten seinerzeit. In der Rödermärker FDP wurde er von da an schnell zu einer festen Größe. Von Michael Löw

Weit schwieriger war Genserts beruflicher Neustart. 1998 hatte ein Großbrand in seinem Hotel „Odenwaldblick“ einen Millionenschaden angerichtet. Die Polizei ermittelte - wie in solchen Fällen offenbar üblich - in Richtung „heißer Sanierung“. Bis feststand, dass ein technischer Defekt Ursache des Feuers war, sah sich Gensert eine gefühlte Ewigkeit bösen Verdächtigungen ausgesetzt. Die waren relativ schnell und sehr eindeutig vom Tisch, Hans Gensert und seine Familie konnten den „Odenwaldblick“ innerhalb von fünf Monaten von Grund auf renovieren und wieder eröffnen.

Das Feuer und die Erfahrungen danach haben Hans Gensert sensibilisiert, wie man so schön sagt: Als der Bauausschuss nach dem Brand des „Paramount Park“ über eine Neubeplanung der Kapellenstraße diskutierte, fuhr Gensert einem Koalitionskollegen regelrecht über den Mund, als der von einer „heißen Sanierung“ sprach. Dabei wollte der wackere Christdemokrat die Debatte doch nur mit einem Scherz auflockern.

Der 44-Jährige engagiert sich in vielen Vereinen. Von 2000 bis 2008 war er Vorsitzender des FC Viktoria Urberach. Der Verein schaffte in dieser Zeit mehrere Aufstiege bis in die Hessenliga hinauf, ohne sich finanziell zu überheben. Verwaltungsrat der Gallus-Gemeinde, Sängerlust Edelweiß, Musikverein 06, Jägerblut-Schützen und natürlich die Freiwillige Feuerwehr führen Gensert in ihren Mitgliederlisten.

Dabei freut‘s ihn immer, wenn er Nützliches mit Angenehmem verbinden kann. So begleitete er 100 Weibelfeld-Schüler in eine Winterfreizeit - eine aufwändige Betreuungsarbeit, die dem passionierten Skifahrer aber reichlich Spaß bereitete.

Der Gastronom Gensert steht zu den Zielen von „Eurotoques“. Die Stiftung setzt sich für die natürliche Produktion von Lebensmitteln, den Erhalt alter Kulturlandschaften und die Verwendung heimischer Erzeugnisse ein. „Fleisch muss nicht um die halbe Welt gefahren werden“, sagt der gelernte Koch. Statt argentinischem Steaks serviert er seinen Gästen zum Beispiel Rindfleisch aus Nordhessen. Seine Spargel kommen aus Dudenhofen und Nieder-Roden, der Salat aus Griesheim, und den Handkäse kauft er in einer kleinen Molkerei im Odenwald.

Nur der Wein darf von ein bisschen weiter herkommen, denn der aus Groß-Umstadt oder von der Bergstraße schmeckt Gensert einfach nicht. Aber Chardonnays aus Chile oder Südafrika stehen nicht auf seiner Karte. Einer seiner Freunde ist Winzer im rheinhessischen Nierstein.

Fakten:

- Hans Gensert wurde am 19. Oktober 1964 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

- Sein Cousin ist der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert. 

- 1980 trat er in die CDU ein, deren stellvertretender Vorsitzender er von 1998 bis 2000 war.

- Dann trat er aus der CDU aus und in die FDP ein.

- Von 2001 bis 2003 war erstmals Vorsitzender der FDP-Fraktion, seit 2006 ist er es wieder. § Parteivorsitzender ist er seit März diesen Jahres.

- Zum Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Standortmarketing wurde er 2006 gewählt.

Quelle: op-online.de

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