Nur nicht auf Hilfe von außen hoffen

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So einen Sack voller Geld würde Kämmerer Alexander Sturm gern einmal in Form echter Euro-Scheine in den Händen halten. Doch die sind längst ausgegeben, bevor die Stadt all ihre Aufgaben erledigt hat - Sturm machte wieder eindrücklich klar, wie dramatisch es um Rödermarks Finanzen steht.

Rödermark ‐ Die Stadt Rödermark verringert ihr Haushaltsdefizit im Jahr 2011 von elf auf „nur“ noch neun Millionen Euro. Die Lage bleibt nach Einschätzung von Kämmerer Alexander Sturm (CDU) aber hochdramatisch. Von Michael Löw

Die Stadt macht in beängstigendem Tempo neue Schulden, erbringt ihre Leistungen viel teurer als vergleichbare Kommunen, hinkt bei der Wirtschaftskraft der Entwicklung im Kreis hinterher und kann bei der Konsolidierung ihres Haushaltes nicht auf Hilfe von außen hoffen.

Das sind die ebenso alarmierenden wie frustrierenden Erkenntnisse, die Kämmerer Alexander Sturm (CDU) den Stadtverordneten mit in die Weihnachtsferien gab. Am Dienstagabend stellte er den Entwurf des Haushalts 2011 im Parlament vor. Auch nächstes Jahr gibt die Stadt deutlich mehr Geld aus als sie einnimmt - nämlich rund neun Millionen Euro.

Wurstelt die Stadt nach dem Motto „Weiter so!“, wachsen ihre Schulden laut Sturms Berechnungen von derzeit rund 65 Millionen Euro auf Schwindel erregende 886 Millionen Euro im Jahr 2030. Statt 500 000 Euro müsse Rödermark dann 29 Millionen Euro jährlich an Zinsen zahlen.

Rödermarks Politiker müssen selbst anpacken, um die Karre aus dem Schuldensumpf zu ziehen, lautete Sturms Kernforderung an diesem Abend. Mit Zahlenkosmetik sei das nicht mehr zu schaffen: „Wir müssen in großem Umfang Standards reduzieren, Leistungen abbauen und Gewerbe ansiedeln, um die Einnahmen zu steigern!“

Quelle: op-online.de

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